Dirnberger: Drohendes Defizit der NÖ-Gebietskrankenkasse durch mehr Rezeptfreiheit verhindern ÖAAB-Bundestag beschließt morgen

NÖ-GKK könnte jährlich bis 500 Millionen durch europareife Selbstmedikation einsparen

St. Pölten (OTS) - AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) appelliert heute in einer ersten Reaktion auf den Bericht im ORF-Morgenjournal des Landesstudios Niederösterreich über die drohende Gefahr, daß die NÖ-GKK mit einer Steigerung der Ausgaben für Medikamente auf 3 Milliarden Schilling Defizit schlittern könnte:
"Statt jammern und der Entwicklung untätig zusehen soll sich die zuständige Gesundheitsministerin Hostasch endlich gegen die Ärztekammer durchsetzen und durch die Erweiterung der Rezeptfreiheit ein großes Einsparungspotential nutzen". Die beim Gesundheitsministerium angesiedelte Rezeptpflichtkommission sei von Hostasch endlich in die Pflicht zu nehmen, ihre Sonderinteressen hintanzustellen und sich auf europäisches Niveau hin zu bewegen.

Der ÖAAB-Bundestag wird morgen in Salzburg die Initiative Dirnbergers beschließen. "Es ist nicht einzusehen, daß Patienten Medikamente in Deutschland und der Schweiz ohne Rezept bekommen und in Österreich den teuren Bittgang zum Arzt antreten müssen. Die Patienten sind in Österreich genauso mündig wie jene in unseren Nachbarländern", begründete Dirnberger den Vorstoß der ÖVP-Arbeitnehmerorganisation.

Arzt contra Ärztekammer

Der Vorstoß Dirnbergers wurde zuletzt vom Finanzwissenschafter Univ.Prof. Dr. Engelbert Theurl untermauert. Während die Ärztekammer dagegen vehement mauert, bekam Dirnberger jüngst Zustimmung vom Arzt und Fraktionsführer der ÖVP im Nationalrat Prim. Dr. Günther Leiner (APA-OTS 0105 vom 15.2.1999).

Entmündigung der Patienten kostet Krankenkassen 3,5 Mrd. Schilling im Jahr

Dirnberger kritisiert die in Österreich gegebene Entmündigung der Patienten. In Österreich ist der Anteil rezeptfrei erhältlicher Medikamente sehr klein, er liegt um 10% der zugelassenen Medikamente (auch wenn eine Sprecherin von Sozialministerin Hostasch am 23.2. in einer Tageszeitung aus offenbarer Unwissenheit das Gegenteil behauptet hat). In anderen Ländern mit vergleichar hohen gesundheitlichen Standards, wie etwa in Deutschland oder der Schweiz liegt dieser Anteil bei 40%. Die österreichischen Patienten sind genauso mündig im Umgang mit Medikamenten wie die Patienten in anderen europäischen Ländern.

Durch mehr Rezeptfreiheit eröffnet sich für die Patienten die Wahlfreiheit, durch Inanspruchnahme der Beratung in der Apotheke Medikamente direkt einzukaufen oder weiterhin den Arzt mit Ausstellung des Rezeptes in Anspruch zu nehmen.

Als positive Effekte erwartet AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger insbesonders

* Einsparungen von bis zu 3,5 Mrd. Schilling bundesweit für die Krankenkassen (allein in der NÖ-GKK 500 Millionen Schilling)

* Mehr Komfort für die Patienten, die sich in vielen Bagatellfällen den Weg zum Arzt und dort stundenlange Wartezeiten ersparen

* Statt überfüllter Wartezimmer bleibt den Ärzten mehr Zeit für die Behandlung von Patienten mit tatsächlich ernsten Erkrankungen

"Statt drohender Beitragserhöhungen oder gar weiteren Selbstbehalten erwarte ich daher von der Gesundheitsministerin, daß sie sich endlich gegen die Ärztekammer und deren Widerstand bei der Selbstmedikation durchsetzt", fordert Dirnberger Hostasch zu mehr Durchsetzungskraft auf.

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