Österreichs Exporte 1998 trotz Krisen um 6,8 Prozent gewachsen

Winkler: Anteil der EU-Exporte weiter angestiegen - Ausfuhren in "Krisenregionen" gesunken, z.T. aber Marktanteile gewonnen

Wien (PWK) - "Österreichs Außenhandel weltweit hat 1998 im Gegensatz zum Rekordergebnis von 1997 zwar deutlich schwächere Zuwachsraten zu verzeichnen, die Exporte stiegen aber dennoch um 6,8 Prozent auf rund 764 Mrd Schilling." Dies berichtete Egon Winkler, WKÖ-Direktor für Außenwirtschaft und Integration, bei seiner Jahrespressekonferenz in der Wirtschaftskammer Österreich. Auch die Steigerung der Importe nach Österreich fiel 1998 mit 6,9 Prozent auf 845 Mrd Schilling geringer aus als im Jahr davor. Dennoch vergrößerte sich Österreichs Handelsbilanzdefizit - nach einer Verbesserung im Jahr 1997 - wieder geringfügig. ****

"Die Abflachung der Exportkurve resultiert, wie erwartet, vor allem aus den Ausfuhr-Rückgängen in Regionen mit wirtschaftlichen Krisenherden. So exportierte Österreich im Vorjahr nach Südost-Asien um 18 Prozent bzw. über 6 Mrd Schilling weniger als 1997", erklärte Winkler. Besonders drastisch fielen die Einbrüche bei Österreichs wichtigstem asiatischen Wirtschaftspartner Japan aus, wohin die Ausfuhren um fast 22 Prozent auf etwa 7 Mrd Schilling gesunken sind. Mit China - dem zweitwichtigsten Handelspartner in dieser Region und nicht direkt von der Wirtschaftskrise betroffen - konnten Österreichs Exporteure hingegen erfolgreich bilanzieren und ihre Lieferungen auf 4,7 Mrd Schilling (+13,2 Prozent) aufstocken. Auch in den Nahen Osten nahmen die Exporte zu, und zwar um 7,8 Prozent.

"Die instabile Situation in Lateinamerika bewirkte zwar keinen Rückgang, aber doch eine Stagnation der heimischen Exporte", wies Winkler hin. "Mit einem Plus von 0,7 Prozent lieferten Österreichs Unternehmen 1998 Waren im Wert von rund 9,6 Mrd Schilling." Bemerkenswert ist allerdings, daß beispielsweise die Ausfuhren nach Brasilien um 14,5 Prozent ab-, die österreichischen Marktanteile dort aber zunahmen. "Dies ist ein Phänomen, das wir ebenso bei einigen asiatischen Staaten bemerken und das darauf hinweist, daß im Falle von Finanz- und Wirtschaftskrisen oft 'die Karten neu gemischt werden': Engagiert sich Österreich in diesen Regionen weiter, während sich andere Staaten etwas zurückziehen, hat man in Zukunft das bessere Blatt", so der Außenwirtschafts-Experte.

Marktanteilsgewinne konnten die heimischen Exporteure auch in einigen Staaten Mittel- und Osteuropas verbuchen. Dies gelang ihnen obwohl sich die österreichischen Exporte in diese Region, im Gegensatz zu überdurchschnittlich hohen Zuwächsen der letzten Jahre, spürbar verlangsamten. 1998 nahmen die Ausfuhren nach Osteuropa um 2,3 Prozent auf etwa 129 Mrd Schilling zu, wobei in den wichtigsten Ländern zwar überwiegend leichte Steigerungen, in Rußland und der Ukraine aber deutliche Rückgänge verzeichnet wurden. "Erstmals seit langem sind im Außenhandel mit Osteuropa die Importe mit 13,5 Prozent stärker gestiegen als die Exporte und lagen 1998 bei 98,9 Mrd Schilling. Mit 30 Mrd Schilling ist der österreichische Handelsbilanz-Überschuß mit den Reformländern allerdings noch immer beträchtlich", sagte Winkler.

Durchwegs positiv entwickelten sich 1998 Österreichs Lieferungen in praktisch alle EU-Staaten. Sie wuchsen insgesamt um 9,3 Prozent auf 485 Mrd Schilling an. "Damit stiegen die EU-Exporte erneut stärker als unsere weltweiten Exporte", bemerkte Winkler und führte dies auf den anhaltenden 'Binnenmarkt-Effekt' durch Österreichs Beitritt zur EU zurück. Erfreulicherweise stiegen die EU-Einfuhren mit 7,2 Prozent - ebenfalls erneut - schwächer als die Ausfuhren und betrugen 1998 rund 584 Mrd Schilling.

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