NÖ Bauernbund überlegt Protestaktion gegen Agenda 2000

Aktions- und Streikfondskomitee einberufen

Niederösterreich, 25.2.99 (NÖI) Der Niederösterreichische Bauernbund überlegt Protestaktionen gegen die Agenda 2000. NÖ Bauernbunddirektor Johann Penz kündigte heute die Einberufung des Aktions- und Streikfondskomitee des NÖ Bauernbundes für kommenden Montag, 1. März an, um über geeignete Maßnahmen gegen die Agenda 2000 zu beraten. "Die Geduld der Bauern hat nun ein Ende. Selbst wenn sich die EU-Agrarminister noch diese Woche über die Agrarreform einigen sollten, bleibt deren Finanzierung nach wie
vor offen. Für die mittlerweile total verunsicherten Bauern ein unhaltbarer Zustand", sagte Penz.****

Der NÖ Bauernbunddirektor kritisierte, daß den Bauern für die geplanten Preissenkungen bei Rindfleisch (minus 30 Prozent), Getreide (minus 20 Prozent) und Milch (minus 15 Prozent) ursprünglich seitens der EU-Kommission ein voller Ausgleich durch Direktzahlungen versprochen worden sei, dieses Versprechen aber
nun offensichtlich nicht mehr gelte. "Jetzt ist davon die Rede,
die Agrarpreise drastisch zu reduzieren und gleichzeitig die landwirtschaftlichen Ausgleichszahlungen um jährlich drei bis vier Prozent zu senken. Dies wäre das Ende der bäuerlichen Landwirtschaft in Europa und damit das Ende des ländlichen
Raumes", so Penz.

Hart ins Gericht ging der NÖ Bauernbunddirektor auch mit EU-Agrarkommissar Fischler. Penz: "Der oberste Bauernvertreter
Europas betont ständig die Notwendigkeit tiefgehender Reformen und erklärt, für reine Kosmetik sei er nicht zu haben. Derzeit sieht es allerdings so aus, als hätte Fischlers Reformvorhaben soviel Tiefgang, daß damit gleich die europäische Bauern wegreformiert würden. Wer solche Freunde hat, braucht eigentlich keine Feinde mehr." Laut Penz gebe es in Sachen Agenda nur zwei mögliche Lösungsvarianten: "Entweder die Agenda-Vorschläge werden wie derzeit geplant umgesetzt, dann muß aber auch das nötige Geld dafür zur Verfügung gestellt werden. Oder die Agenda muß völlig neu überdacht werden."

Einer drastischen Senkung der Agrarpreise ohne vollen finanziellen Ausgleich der Einkommenskürzungen werde der NÖ Bauernbund jedenfalls nicht tatenlos zusehen, sagte Penz: "Sollte
es wirklich dazu kommen, was wir alle nicht hoffen, dann wird es seitens der Bauern einen gewaltigen Proteststurm geben."
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