Sozialpartner übergeben Pakt für Ältere der Regierung

Angestrebte Ziele: Erhöhung der Beschäftigungsstabilität und bessere Wiedereingliederungschancen für über 50jährige

Wien (OTS) - Die Sozialpartner haben der Regierung heute,
Mittwoch, ein gemeinsames Maßnahmenpaket für "ältere ArbeitnehmerInnen" übergeben. Darin beschreiben sie jene Bereiche, in denen angesetzt werden muß, um älteren Menschen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Die konkrete Umsetzung muß nun in Zusammenarbeit mit der Regierung erfolgen. ****

Die Vorschläge der Sozialpartner haben zwei Ziele:

+ Die Erhöhung der Beschäftigungsstabilität Älterer
+ Verbesserte Wiedereingliederungschancen für ältere Arbeitssuchende in den Arbeitsmarkt.

Der Erfolg der von den Sozialpartnern gemeinsam erstellten Vorschläge hängt jedoch auch davon ab, ob es uns gelingt, bestehende Vorurteile in Wirtschaft und Gesellschaft gegenüber Älteren abzubauen. Daher empfehlen die Sozialpartner den
Betrieben, auf die Vorteile, die sich aus der Arbeitserfahrung und dem Wissen älterer ArbeitnehmerInnen ergeben, nicht zu verzichten.

Um älteren ArbeitnehmerInnen wieder eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben, machen die Sozialpartner folgende Vorschläge:

Das Bonus/Malus-System soll weiterentwickelt werden. Die daraus resultierenden Mehreinnahmen sollen nicht im AMS verbleiben,
sondern der Wiedereingliederung älterer ArbeitnehmerInnen zugute kommen.

In diesem Zusammenhang sehen die Sozialpartner Möglichkeiten, die Beschäftigung von Älteren über steuerliche Anreize und Abgabengestaltung zu stabilisieren. Konkret soll es eine "zeitlich befristete und zielgruppenorientierte Entlastung von
Lohnnebenkosten für Arbeitnehmer ab einem bestimmten Lebensalter" geben, die "selektiv eingesetzt" wird und aus jenen Töpfen finanziert werden soll, deren Gebahrung es zuläßt.

Ein weiterer steuerlicher Anreiz ist der Vorschlag, die Qualifizierung Älterer durch Absetz- oder Freibeträge sowohl für Betriebe als auch für ArbeitnehmerInnen steuerlich zu begünstigen. Die Sozialpartner stimmen weiters überein, daß es bei einer Reform des Abfertigungsrechtes zu einem Abbau von
Beschäftigungshemmnissen für ältere Arbeitnehmer kommen soll. Jungunternehmer sollen bei Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen in den Genuß einer Förderung kommen. Das Frühwarnsystem soll ausgebaut werden, um Kündigungen zu vermeiden.

Zudem sollen praxisorientierte Arbeitszeitmodelle in den Betrieben mit dem Ziel verstärkt werden, die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu sichern. Die Bildungskarenz und Solidarprämienmodell sollen auch für die Altersgruppe ab 40 attraktiv gestaltet und stärker beworben werden . So empfehlen die Sozialpartner etwa, die Bildungskarenz für über 40jährige als Ersatzzeit in der Pensionsversicherung (mit Beitragszahlung) anzuerkennen. Besonders in Branchen, die durch überdurchschnittliche Altersarbeitslosigkeit gekennzeichnet sind, soll eine Altersteilzeit gezielt gefördert werden. Die
Gleitpension soll ebenfalls attraktiver gestaltet und stärker beworben werden.

Genauso wichtig wie die finanziellen Anreize sind nach Meinung der Sozialpartner eine Förderung der Qualifizierung der älteren ArbeitnehmerInnen. Weiters könnte das Thema "ältere Arbeitnehmer" einen Schwerpunkt in den territorialen Beschäftigungspakten
bilden.

(Schluß)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW