AK: Steuerzahler verlieren bei Agrarreform

Arbeiterkammer fordert gerechtere Bauern-Förderung statt unbedachtes Gießkannensystem

Wien (OTS) – Die europäischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sind die großen Verlierer bei der im Rahmen der
Agenda 2000 geplanten Agrarreform, kritisiert die AK. Die EU-Zahlungen an die Landwirtschaft sollen von derzeit jährlich 557 Milliarden Schilling auf 710 Milliarden ansteigen. Zusätzlich sind nationale Subventionen in Milliardenhöhe geplant. Im Gegensatz zur öffentlichen Meinung werden die Landwirte von der Agenda 2000
stark profitieren. Bezahlt wird das zum Großteil von den europäischen Arbeitnehmern. Die Arbeiterkammer verlangt von den EU-Agrarpolitikern, endlich eine wirksamere und gerechtere Bauernförderung anzudenken. Die Belastung der Steuerzahler durch ein überkommenes Fördersystem muß aufhören. Die Agrarausgaben gehören begrenzt und gerechter verteilt. Kleine Betriebe sollen gefördert werden, nicht Agrarfabriken und Riesenfarmen. Und: Der gesamte ländliche Raum braucht Unterstützung zur Beschäftigungssicherung, nicht nur die Landwirtschaft.****

Die Arbeiterkammer fordert Reformen, die die Agrarausgaben eindämmen helfen. Die Bauernförderung muß gerechter und treffsicherer werden. Durch die Agenda 2000 droht sich die bereits jetzt bestehende ungleiche Verteilung der Gelder fortzusetzen, kritisiert die AK. Nutznießer wären etwa in Großbritannien jene 17 Prozent der Betriebe, die nahezu zwei Drittel der
landwirtschaftlich genutzten Fläche bewirtschaften. Oder jene Großbetriebe in Portugal mit mehr als 100 Hektar, die fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Fläche bearbeiten. Auch in Österreich würde ein Großteil der Betriebe nicht von der Reform profitieren. Schon jetzt ist das Fördersystem sehr ungerecht. So erhielten etwa 1996 rund 400 österreichische Großbetriebe mehr als eine Millionen Schiling Förderung, der Großteil der mehr als 72.000 kleinen Betriebe bekam dagegen im Schnitt weniger als
50.000 Schilling. Die AK befürchtet außerdem, daß die Konsumenten nichts von der Agenda 2000 haben werden.

Unterstützung brauchen vor allem Familienbetriebe und Bergbauern, nicht die hochprofitablen Agrarfabriken. Die AK verlangt die Ausrichtung der Agrarförderung auf die Schaffung von Beschäftigung sowie eine gesamtheitliche Förderung des ländlichen Raumes, die auch andere Wirtschaftszweige miteinbezieht.

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