Nicki Lauda kritisiert Ferrari-Management

München (ots) - "Wenn sie es heuer nicht mit Schumacher schaffen, kan man's eh vergessen" - Dreifacher Formel-1-Weltmeister würde "am liebsten das Rad zurückdrehen" - Traum vom Weltraumflug

Der dreifache Formel-1-Weltmeister Nicki Lauda hat vor dem mit Spannung erwarteten neuen Zweikampf zwischen Ferrari und Mercedes-McLaren Kritik an dem italienischen Autobauer geübt. In einem am Freitag veröffentlichten Interview des Magazins "Playboy" sagte Lauda, Ferrari habe es nicht geschafft, "dem besten Rennfahrer der Welt, und das ist Schumacher ohne Zweifel, vom Material her die Möglichkeit zu geben, Weltmeister zu werden". Ferrari sei für ihn ein Rätsel. "Es kann nur am Management liegen, daß die seit 19 Jahren und viel Investitionen nichts zustande bringen", meint der erfolgreiche Airline-Chef. "Und wenn sie es heuer nicht mit Schumacher schaffen, kann man’s eh vergessen", prognostiziert Lauda.

Die kommende Rennsaison wird nach seiner Überzeugung spannend. Alle würden jetzt die gleichen Reifen fahren. "Jetzt hängt es davon ab, wer das bessere Auto hat. Mercedes-McLaren ist insofern Favorit, als mit dem neuen Reglement Reifen mit vier Rillen gefahren werden, das heißt, daß sie weniger ’grip’ erzeugen", meint der ehemalige Champion. Aerodynamik werde eine Rolle spielen. "Da war McLaren führend. Aber: Schumacher sollte man nie unterschätzen", warnt Lauda. Nach den Chancen von Ralf Schumacher befragt, erklärt Lauda, der "kleine" Bruder von "Schumi" sei in einem "fürchterlichen Übergangsjahr zu Williams gekommen". Der neue BMW-Motor müsse erst entwickelt werden. Er leide natürlich unter dem Erfolg seines Bruders, da müsse er sich noch geistig abkoppeln. Auch Heinz-Harald Frentzen leide unter dem "Schumacher-Syndrom".

Die große Zeit als Rennfahrer kann Lauda nicht vergessen. Es sei eindeutig die schönste Phase in seinem Leben gewesen, sagt er dem "Playboy". "Wenn ich das mit dem vergleiche, was ich heute machen muß - ich würde am liebsten das Rad zurückdrehen", gesteht er und erinnert sich: "Rennen fahren. Das Auto testen, das man liebt, und dann das Resultat beim Grand Prix buchstäblich ’erfahren’." Heute sitze er um acht Uhr im Büro und arbeite beinhart bis sechs, sieben Uhr. Einen großen Traum hat der 50jährige aber offensichtlich auch noch. Er habe den US-Raumfahrer John Glenn beneidet, als dieser im Oktober im Alter von 77 Jahren noch ins All fliegen durfte. "Das würde ich auch sofort machen", versichert der ehemalige Rennfahrer, der heute große Passagiermaschinen fliegt.

ots Originaltext: Playboy
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