Computerkurse: Preis-Leistungsverhältnis muß stimmen!

Wien (OTS) - Prammer: Bei überhöhten Kurskosten können KonsumentInnen den Vertrag auflösen

Ist ein Computerkurs nicht einmal die Hälfte der
verlangten Kursgebühr wert, können KonsumentInnen den Vertrag auflösen. Das ist das Ergebnis eines Musterprozesses, den der VKI im Auftrag von Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer geführt hat. Im aktuellen Fall lag der tatsächliche Wert eines vom Computerinstitut "2 F" um 26.000,-- Schilling angebotenen Kurses bei 6.000,-- Schilling. "Das Urteil zeigt, daß sich die KonsumentInnen gegen zu hohe Kosten von Computerkursen zur Wehr setzen können," betont Prammer. ****

Im konkreten Fall interessierte sich eine Konsumentin für einen Computerkurs, der im wesentlichen den Umgang mit den Programmen MS-DOS, Windows sowie Microsoft Works zum Inhalt hatte. Die Kursgebühr betrug rund 26.000,-- Schilling. Bereits nach der ersten Unterrichtsstunde bekam die Frau Zweifel am Kurs sowie am Kurswert und forderte den Veranstalter vergeblich zur Herabsetzung des Kursbeitrages auf.

Das Computerinstitut, welches sich vor allem an BerufswiedereinsteigerInnen richtet, wirbt vor allem in Salzburg, Ober- sowie Niederösterreich für ihre "exklusiven Lernmethoden". Das Bezirksgericht Linz hat im Rahmen des Musterprozesses nun über den wahren Wert eines dieser Kurse zu entscheiden.

Der gerichtlich bestellte Sachverständige kam nach Bewertung der einzelnen Kursbestandteile (Kursunterlagen, Möglichkeit der Wiederholung, Kursumfang) zu einem Kurswert von 7.540,-- Schilling. Die "exklusive Lernmethode" sowie das zu erlangende Diplom wurden vom Gutachter "mit Null Schilling" bewertet.

Das Gericht berücksichtigte außerdem den Umstand, daß sich bei dem angebotenen Kurs mehrere Teilnehmer einen Computer teilen mußten und legten den Kurswert mit 6.000,-- Schilling - und somit weit unter der Hälfte der ursprünglichen geforderten 26.000,-- Schilling - fest. Beträgt der Wert vom Vertragspartner gegebenen Leistung jedoch nicht einmal die Hälfte der eigenen Leistung, so berechtigt die gemäß § 934 ABGB (Verkürzung über die Hälfte) den benachteiligten Vertragspartner zum Rücktritt vom Vertrag.

"Dieses Urteil zeigt, daß der Preisgestaltung von Unternehmen Grenzen gesetzt sind. Grobe Diskrepanzen im Preis-Leistungsverhältnis müssen von den KonsumentInnen nicht hingenommen werden. Außerdem macht dieses Urteil deutlich, daß es sich für die Kursteilnehmer lohnt, auch nach Vertragsabschluß noch Preisvergleiche anzustellen", stellt Prammer abschließend fest (Schluß).

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