Meinungsvielfalt zur Agenda 2000 im Agrarministerrat: Bedrohung oder Chance für ländliche Entwicklung in Europa? WWF analysiert die Positionen – Österreich will nur den halben Weg der Reform gehen

Wien (OTS) - Ländliche Entwicklung als Chance für die Umwelt-– diese Aussicht könnte zerstört werden, wenn die starken Differenzen über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) beim Agrarministerrat der nächsten Woche Reformen verhindern. Die europäischen WWF Experten haben die Positionen 'ihrer' Landwirtschaftsminister analysiert. Simone Lughofer, Landwirtschaftsexpertin des WWF Österreich, faßt das Ergebnis zusammen: "Ein neuer Ansatz, um die Krise der Agrarpolitik zu beheben, ist definitiv nötig. Einige EU Regierungen haben das auch erkannt und unterstützen mehr ländliche Entwicklung, aber andere wollen oder können nicht verstehen, daß Subventionen für Intensivlandwirtschaft keine Lösung sind - weder für die Menschen in den Regionen, noch für die Umwelt.- Österreich will scheinbar nur den halben Weg der Reform gehen, denn auch wenn manche sinnvollen Vorschläge unterstützt werden, soll am alten Subventionssystem nicht gerüttelt werden.

"Die Agrarminister haben eine klare Wahl: entweder eine Reform für eine nachhaltige und umweltfreundliche Politik, die nicht nur Produkte, sondern ganze Regionen fördert, oder sie bleiben dabei, Subventionen als Anreiz für Intensivlandwirtschaft einzusetzen - mit all den verheerenden Konsequenzen für Grundwasser, Boden und Artenvielfalt. Die Entscheidung sollte eindeutig sein, wenn die Verantwortlichen sich nach den Wünschen der Europäischen Konsumenten richten - denn diese verlangen mehr und mehr nach Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft. Diesen Appell richtet Natacha Yellachich, europäische Landwirtschafts- koordinatorin des WWF, an die verantwortlichen Minister.

Worum es geht: Reformvorschläge und die Positionen der EU Mitgliedsstaaten:

Reform Ansatz in Richtung ländliche Entwicklung und Nachhaltigkeit Positionen der Länder Förderungen werden an die Einhaltung ökologischer Mindeststandards gebunden Italien und Belgien sind dagegen. Dänemark, Deutschland, Niederlande und Schweden unterstützen den Vorschlag, GAP Zahlungen für Bauern zurückzuhalten, die geltendes Umweltrecht verletzen. Andere wie Österreich, Finnland, Frankreich, Griechenland, Portugal und Spanien wollen ökologische Mindeststandards ohne Konsequenzen für die Bauern. Ländliche Entwicklung: Förderungen auch für Nicht- Bauern Österreich, Dänemark, Italien, Finnland und England wollen Förderungen aus dem GAP Budget auch für andere Gruppen als Bauern in ländlichen Regionen. Frankreich, Deutschland, Griechenland, Niederlande, Portugal, Spanien und Schweden sind dagegen - mit Ausnahme der Strukturfonds in Ziel 1 und 2 Gebieten. Weniger Geld über Preisausgleichszahlungen, dafür mehr für über ländliche Entwicklung Dänemark, Frankreich, Italien, Schweden und England wollen nur die Preisausgleichszahlungen senken. Österreich ist für eine Beibehaltung der Zahlungen wie gehabt. Einzig Frankreich unterstützt den Vorschlag, Mittel über ländliche Entwicklung neu zu verteilen. Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete (LFA) in Zukunft auch für Natura 2000 Gebiete Die Minister scheinen sich einig zu sein, den Vorschlag der Deutschen Präsidentschaft anzunehmen, daß 'Less Favoured Areas' (LFA)-Geldmittel auch für 'Special Areas of Protection' (Natura 2000) verwendet werden können.

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