Ausgabenausweitung der Krankenkassen ist leistungsbedingt - Trend wird sich fortsetzen

Wien (OTS) - Die bis jetzt vorliegenden Daten 1998 über die Ausgabenentwicklung der Krankenkassen bei Heilmitteln können nur vorsichtig interpretiert werden, da die endgültigen Daten erst im Frühjahr zur Verfügung stehen werden. Soviel läßt sich aber bereits aufgrund vorliegender Fakten jetzt sagen: Die Sozialversicherung konnte 1998 ihren Versicherten wieder mehr und qualitativ hochwertige Arzneimittel (plus 8,3 Prozent) zur Verfügung stellen. Diese Leistungsausweitung führte jedoch auch zu höheren Ausgaben im Ausmaß von etwa 12,6 Prozent.***

Als erste Daten liegt eine Analyse der österreichische Arzneimittelverkäufe der ersten drei Quartale 1998 vor, die - von der Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, in Auftrag gegeben - vom Institut für Medizinische Statistik (IMS) in Wien erhoben wurden.

Die vergleichsweise hohe Steigerungsrate ist nach IMS vor allem
auf vier Komponenten zurückzuführen:

- Die Steigerungen von 1996 auf 1997 waren mit mageren 2,3 Prozent auffällig niedrig, weil unter dem Stichwort "Sparpaket" im Jahr 1996 umfangreiche und - für die Pharmawirtschaft - schmerzliche Maßnahmen getroffen wurden, die die Ausgaben der Kassen um satte 850 Millionen Schilling entlasteten.

- Der Motor der Leistungsausweitung waren eindeutig jene neu eingeführten Arzneimittel, die völlig neue Therapiestandards auch für österreichische Patienten eröffneten (Innovationen) oder bisherige Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbesserten. Und
dies, obwohl ein Gutteil der Innovationen nur mit chefärztlicher Bewilligung zu haben war.

- Die Ausgabensteigerung wurde durch die Preisentwicklung bei Arzneimitteln gegenüber 1997 neuerlich um minus 0,9 Prozent gebremst.

- Die Einnahmegewohnheiten von älteren Patienten, die ihren vertrauten Präparaten "treu" blieben, führte dazu, daß Innovationen hauptsächlich Patienten verschrieben wurden, die noch im Erwerbsprozeß stehen (was u. a. zu einer erfreulichen
Einsparung von Fehltagen am Arbeitsplatz führte).

Zukunfttrends

Die Innovationskraft der pharmazeutischen Industrie wird auch in
den nächsten Jahren anhalten. Neue Therapien stehen bevor, Verbesserungen von bestehenden Behandlungsmöglichkeiten sind angesagt. Daher ist zumindest mittelfristig völlig auszuschließen, daß Krankenkassen mit hohem Versorgungsauftrag ihre Arzneimittelausgaben reduzieren werden können. Im Gegenteil, denn

1. der "Aufholbedarf" Österreichs ist hinsichtlich der Kassenfreiheit moderner Arzneimittel-Therapien noch längst nicht abgeschlossen,

2. die Soziale Krankenversicherung hat sich im Sinne ihrer Versicherten hohen Therapie-Standars auf Basis einer Evidenced-based-medicine verschrieben, und

3. durch das immer höher werdende Lebensalter der Menschen in Österreich werden kontinuierlich Zuwächse der Verordnungen erfolgen.

Sparen durch Arzneimittel ist Realität!

Darüber hinaus wird mit fortschreitender Integration im Gesundheitswesen vermehrt durch Arzneimittel und weniger bei Arzneimitteln gespart werden können. Welche Sparpotentiale sich dabei auftun, zeigt z.B. ein Blick in die Statistik der Magenoperationen: 1960 (also vor der Zeit wirksamer Ulcus-Therapeutika) mußten noch 14.325 Patienten wegen eines Magengeschwürs operiert werden und daraufhin oft wochenlang im Spital liegen. Mit der breiten Verwendung der neuen Ulcus-Therapeutika reduzierte sich die Zahl der notwendigen Operationen
um 30,4 Prozent auf 9.963. Und was vielleicht noch erfreulicher
ist, die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus pro Patient sank
ebenfalls und liegt heute zwischen 11 und 12 Tagen.

Pharmig fordert: Patientenwohl in den Mittelpunkt stellen!

Die Pharmig fordert daher von den politischen
Entscheidungsträgern:
Macht die Krankenkassen für das Patientenwohl und nicht für einzelne Ausgaben (sogenannte "Kosten") verantwortlich! Die Initiative "Arznei & Vernunft" , das 1994 gestartete und seitdem höchst erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt von Pharmawirtschaft und Sozialversicherung ist ein wesentlicher, erster Schritt dazu!

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