AK: Der mysteriöse Lover aus New York

Werbung mit täuschend echt wirkenden Liebesgrüßen sorgt für Aufregung

Wien (OTS) – Eine Werbeaktion der Getränkefirma Radlberger hat in vielen österreichischen Haushalten zu Eifersuchtsausbrüchen geführt. Flatterte doch jüngst eine persönlich adressierte Postkarte aus New York in heimische Briefkästen. Mit folgendem handgeschriebenem Text: "Hallihallo, ich sitz´ grad in der 5th Avenue und denk an Dich. Schade, daß Du nicht da bist. See you. Love. Dein Black Jack". Auf der Vorderseite der Karte ist die Freiheitsstatue drauf die statt der Fackel eine Limonadenflasche
in der hochgestreckten Hand hält. Erst bei genauem Hinsehen sind die Liebesgrüße als Werbung zu erkennen. Etliche zur Eifersucht neigende Österreicherinnen und Österreicher haben daraufhin ihre Partner verdächtigt, sich einen Lover in Übersee angelacht zu haben. Aber die Aktion hat nicht nur amouröse Verwirrung ausgelöst, sie ist nach Meinung der Arbeiterkammer auch sittenwidrig. Außerdem fehlt auf der Postkarte zum Beispiel die DVR-Nummer, aus der hervorgeht, woher "Black Jack" – also die Firma Radlberger – die Adresse hat. Die AK überlegt, wegen unlauteren Wettbewerbs zu klagen.****

Bei den Konsumentenschützern der AK Wien liefen in den vergangenen Tagen die Telefone heiß. "Ich hab´ gedacht mich trifft der Schlag", berichtete etwa die hochschwangere Frau Sabrina M. aus Wien. "Seit zehn Jahren bin ich mit meinem Alfi glücklich verheiratet und plötzlich kriegt er Liebesgrüße aus Amerika. Von einem Mann!" Aber auch österreichische Männer sahen die Treue ihrer Gattinnen oder Freundinnen in Gefahr. "Ich hab´ die Susi zur Rede gestellt, wer das ist, dieser Black Jack", so Manfred G. aus Favoriten. "Sie hat behauptet, daß sie ihn nicht kennt, ich hab´s ihr nicht geglaubt und schon hatten wir den schönsten Ehekrach. Danke, Radlberger".

Es hat sich ja alles aufgeklärt und viele haben herzlich gelacht. Trotzdem hält sich der Spaß in Grenzen, denn für die Arbeiterkammer ist diese Werbung klar sittenwidrig. Denn weder ist die Postkarte sofort als Werbung zu identifizieren, noch scheint
auf der Karte die nach dem Datenschutzgesetz vorgeschriebene DVR-Nummer auf. Die AK prüft jetzt eine Klage nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Damit "Black Jack" in Hinkunft keine Beziehungen mehr ins Wanken bringen kann und den Konsumenten Schrecksekunden erspart bleiben.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse
Tel.: (01)501 65-0

AK Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW