AK: Was Geldwechseln wirklich kostet 1

AK Vorteile aus dem Euro werden beim Geldwechseln nur unzureichend an Kunden weitergegeben

Wien (OTS) – Die Wechselspesen sind viel zu hoch, kritisiert die AK Wien. Die Konsumentenschützerinnen und Konsumentenschützer der Arbeiterkammer haben im Jänner in 15 Bankfilialen und in vier Wechselstuben Schilling in Fremdwährungen getauscht. Angekauft wurden jeweils 50 US-Dollar, 100 D-Mark, 30 britische Pfund,
10.000 Griechische Drachmen und 10 Millionen türkische Lira. Wichtigstes Ergebnis: Die Institute geben die Vorteile aus der Euro-Einführung nicht oder nur unzureichend an die Kunden weiter. Das Wechseln kleinerer Beträge ist sogar teurer geworden, bei größeren Summen ist die Verbilligung viel zu gering ausgefallen. Empfindlich verteuert hat sich das Wechseln von Schilling in Nicht-Euro-Währungen. Die AK fordert die Banken und Wechselstuben auf, die Vorteile aus der Euro-Einführung ausreichend an die Konsumenten weiterzugeben. Die Arbeiterkammer wird die Ergebnisse der Erhebung an die Wettbewerbskommsission der EU weiterleiten,
die ohnehin gerade gegen verschiedene Banken wegen des Verdachts
der Preisabsprache ermittelt.****

Die AK überprüft regelmäßig die Geldwechselkosten. Bei der jüngsten Untersuchung im Jänner mußten die Konsumentenschützer feststellen, daß die Einführung des Euro das Geldwechseln nicht im zu erwartenden Ausmaß billiger gemacht hat. Obwohl mit der Euro-Einführung bei den Euro-Währungen nicht nur der Wechselkurs günstiger geworden, sondern auch das Wechselkursrisiko weggefallen ist. Der Ankauf von kleinen Beträgen ist sogar teurer geworden. Mußte ein Urlauber 1996 für 100 D-Mark 718 Schilling zahlen (damaliger Wechselkurs: 717,30), so kostet ihn das heute im günstigsten Fall 734, meist sogar 754 Schilling (Wechselkurs
heute: 703,55 Schilling*). Wechselt man höhere Beträge, zum Beispiel 1.000 D-Mark, so ist der Geldumtausch zwar billiger geworden, doch die hohen Spesen fressen diesen Kostenvorteil
wieder fast zur Gänze auf. So ist beispielsweise durch die Einführung des Euros ist der Kauf von 1.000 DM im Vergleich zu
1996 um 137,50 Schilling billiger geworden. Nach Abzug der Spesen schrumpft dieser Kostenvorteil bei den meisten Instituten auf 31 Schilling zusammen. Ausnahmen bilden die BAWAG (1.000 DM um 67 Schilling billiger als 1996), die Volksbank Wien und
Klosterneuburg (77 Schilling) und die PSK (107 Schilling).

"Spesenritter"

Alle Banken und Wechselstuben – mit einer Ausnahme – verrechnen Spesen für das Geldwechseln, welcher Währung auch immer. Lediglich die Wechselstube des Österreichischen Verkehrsbüros am Stephansplatz verrechnet Spesen ausschließlich für das Wechseln von Euro-Währungen. Die meisten Institute verrechnen 1,5 Prozent der gekauften Summe bei Mindestspesen von 50 Schilling. Gerade
beim Wechseln kleinerer Beträge kommt das teuer. Wechselt man beispielsweise 500 Schilling in eine Fremdwährung, machen die Spesen zehn Prozent aus! Auch am Flughafen ist das Geldwechseln teurer geworden. So erhöhte beispielsweise die Raiffeisenbank Schwechat die Mindestspesen von 30 auf 70 Schilling, die Bank Austria von 50 auf 65 Schilling.

Mehrfach-Spesen
Eine teure Angelegenheit ist das gleichzeitige Wechseln kleiner Beträge in verschiedenen Währungen. Die meisten Institute verrechneten bei der AK Erhebung für jede Währung eigens Spesen. Nur BAWAG, Volksbank und PSK verrechneten die Spesen lediglich einmal. Einen Hinweis auf die mehrfache Spesenberechnung bekamen
die "Einkäufer" der AK meistens nicht. Nur die Bank Austria, die Volksbank und die Raiffeisenbank informierten über die "Mehrfach-Spesen".

Nicht-Euro-Währungen

Bei Nicht-Euro-Währungen kassieren die Institute so richtig ab, denn sie profitieren einerseits von den unterschiedlichen An- und Verkaufskursen, andererseits auch von den neu eingeführten Wechselspesen. Die AK übt an dieser neuen Abkassiererei heftige Kritik. Bei Währungen, die nicht am Euro teilnehmen, kann das Geldwechseln unterschiedlich teuer sein. Der Grund: Die
Wechselkurse zu diesen Währungen sind jetzt freigegeben, was zu starken Schwankungen zwischen den einzelnen Instituten führen
kann. Bei der türkischen Lira schwankte der Kurs um bis zu 30 Prozent
Kundeninformation

Die Angabe der Wechselkurse erfolgte bei den meisten überprüften Instituten ausschließlich in Euro. Für die Kunden ist das noch sehr gewöhnungsbedürftig. Eine richtige Wertvorstellung hinsichtlich der Fremdwährung wird so nicht vermittelt. Die AK drängt auf eine zusätzliche Angabe des Wechselkurses in Schilling.

Wechselbeleg

Zwei der von der AK untersuchten Wechselstuben haben die verrechneten Gebühren nicht am Beleg ausgewisen. Das ist nicht nur sehr kundenfeindlich, es verstößt auch gegen die EU-Empfehlung, wonach nicht nur der angewandte Wechselkurs, sondern auch die Wechselgebühr klar auszuweisen ist.

*zu Vergleichszwecken angegebener, vom Euro abgeleiteter Kurs

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