Artenvielfalt in den Cartagena Biosafety Verhandlungen gefährdet

Cartagena/Kolumbien (ots-PRNewswire) - Vertreter der führenden Biotechnologiefirmen der Welt bestätigten ihr Engagement im Hinblick auf die ersten Ziele des Biosafety Protocol auf der United Nations Conference in Cartagena, Kolumbien. Sie sagten jedoch, daß diese bemerkenswerte Technologie in den endgültigen Verhandlungen des Biosafety Protocol in Cartagena bedroht ist. Vorschläge, den Umfang des Vertrages zu erweitern, liegen erheblich unter denen, die notwendig sind um sicherzustellen, daß die Biotechnologie keine Bedrohung für die Artenvielfalt darstellt. Einige der Vorschläge werden auch große Störungen des Welthandels verursachen, mit negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln. Andere Vorschläge, die in Erwägung gezogen werden, würden

- den Gebrauch angewandter Wissenschaften bei der Bewertung von Produkten der Biotechnologie unterhöhlen

  • Technologietransfer und wissenschaftliche Forschung behindern
  • eine Bedrohung darstellen, die Verfügbarkeit dieses wichtigen Werkzeugs zu beschränken, und

- seinen Einsatz in Entwicklungsländern verhindern oder einschränken.

"Es sind die Entwicklungsländer, die am meisten von dem Gebrauch der Biotechnologie profitieren könnten, um die landwirtschaftliche Produktivität zu erhöhen, Umweltschädigungen zu verringern und die biologische Vielfalt in ihren Gebieten zu erhalten. In vielen Fällen haben Mißverständnisse und Fehlinformationen, die von Interessengruppen von außerhalb verbreitet worden sind, dazu geführt, daß die Delegierten Positionen einnehmen, die nicht im besten allgemeinen Interesse ihrer Heimatländer sind", sagte ein Sprecher der Industriegruppe.

In der Erklärung der Industrievertreter heißt es weiter: "Wir haben versucht, mit der Führung der Verhandlungen, anderen nichtstaatlichen Organisationen und den Delegierten der Länder zusammenzuarbeiten, um einen Vertrag anzuregen, der der Artenvielfalt einen praktischen und bedeutungsvollen Schutz bietet. Das Endergebnis, welches auf breiter Ebene akzeptiert wird, wird ernsthaft von aggressiv argumentierenden Positionen gefährdet, die grundlegend irrig sind. Die Kosten hierfür können scheiternde Verhandlungen sein, oder, was noch schlimmer ist, eine Einigung, die aus ausschließlich politischen Kompromissen zusammengeschmiedet ist, die den weltweiten Handel dramatisch stören wird. Diese Einigung würde auch die wirtschaftliche Entwicklung unterhöhlen, indem sie die Vorteile der modernen Biotechnologie für die größten Teile der Weltbevölkerung leugnet".

Zu den Biotechnologieprodukten gehören Saatgut zum Anbau von Getreide, Gemüse und Früchten, die resistent gegen Insektenbefall sind, Nahrungsmittel mit einem verbesserten Nährstoffinhalt, Pharmazeutika, die sich gegen die von uns am meisten gefürchteten Krankheiten richten und sogar Mikroben, die Chemikalien synthetisieren, wobei sie weniger Energie verbrauchen und weniger Umweltverschmutzung verursachen. Diese Produkte demonstrieren ihr enormes Potential zum Nutzen für den Menschen bereits heute, jedoch wird die Realisierung dieser Vorteile auf breiter Ebene auf dem ganzen Globus durch Vorschläge gefährdet, wie sie in diesen Verhandlungen behandelt worden sind.

Anwendungen in der Landwirtschaft für moderne Biotechnologie waren das zentrale Thema dieser Verhandlungen. Diese Anwendungen erhöhen die Nahrungsmittel-Produktivität mit einer geringeren Auswirkung auf die Umgebung als die meisten derzeitigen Landwirtschaftspraktiken. Eine höhere landwirtschaftliche Produktivität ist erforderlich, um einen Verlust an Artenvielfalt zu vermeiden, der entstehen würde, wenn Wälder und Randbereiche in Landwirtschaft umgewandelt würden, nur zu dem Zweck, um die schnell anwachsende menschliche Bevölkerung zu ernähren.

Die bestehende umfangreiche Erfahrung hat die positive Kompatibilität neuer landwirtschaftlicher Arten gezeigt, die mit der Biotechnologie in einer gesunden Umwelt hergestellt werden. Die Ernten wurde im letzten Jahr auf ungefähr 70 Millionen Acres (28 Millionen Hektar) in der ganzen Welt eingebracht. Die sorgfältige Überprüfung durch Aufsichtsbehörden für Gesundheit und Umweltangelegenheiten hat gezeigt, daß diese Produkte den Erwartungen entsprochen haben. Dort, wo die Verwendung von genetisch manipuliertem Saatgut genehmigt wurde, haben die Landwirte diese Saatgüter mit großer Begeisterung eingesetzt, um die Vorteile zu erhalten, die diese Saatgüter gegenüber herkömmlichen Arten haben.

Die Industrie hat ausgesagt, daß der Vertrag, um sein Ziel zu erreichen, die folgenden Elemente beinhalten muß:

1. Der Umfang des Vertrages muß auf Living Modified Organisms (LMO) beschränkt werden, die nachteilige Auswirkungen auf die Artenvielfalt haben. Daher dürfen folgende Punkte nicht unter den Vertrag fallen:

- Nicht-lebensfähige Produkte von LMO wie verarbeitete Lebensmittel und Futtermittel (z.B. Getreideprodukte und Nudeln)

  • Produkte zur Gesundheitsfürsorge und Pharmazeutika
  • Produkte, die für die eingeschränkte Verwendung bestimmt sind, z.B. für die Herstellung und die Forschung
  • LMO, die sich im Transit durch ein Land befinden
  • Verbrauchsgüter, die nicht für die bewußte Freigabe in die Umgebung bestimmt sind, wie zum Beispiel Sojabohnen, die für die Verarbeitung verwendet werden.

2. Das Advanced Informed Agreement (AIA) Verfahren sollte nur auf die ersten Versendungen von neuen LMO angewandt werden.

3. Der Vertrag kann nicht ausschließlich auf dem Exporteur basieren. Die Risikoeinschätzung nach dem AIA ist von Kriterien abhängig, die von der importierenden Seite aufgestellt worden sind.

4. Die Risikoeinschätzung im Hinblick auf den Import von LMO gemäß dem Vertrag muß auf international vereinbarten wissenschaftlichen Prinzipien beruhen.

5. Der Vertrag muß mit bestehenden internationalen Verträgen vereinbar sein, hierzu gehören, sind jedoch nicht beschränkt auf die World Trade Organization (WTO), Nebenabkommen zur WTO und die International Plant Protection Convention (IPPC).

6. "Kapazitätsbildende" Initiativen müssen strategisch richtig, pragmatisch und erschwinglich sein, wobei zur Verfügung stehende menschliche und finanzielle Ressourcen berücksichtigt werden müssen.

7. Der Vertrag darf nicht dafür verwendet werden, ein internationales Haftpflichtrecht für LMO zu schaffen.

8. Der Handel mit Parteien, die nicht zum Vertrag gehören, muß erlaubt sein.

Diese Anforderungen stellen den Konsens der Global Industry Coalition dar. Die Global Industry Coalition repräsentiert 2.200 Firmen aus mehr als 130 Ländern weltweit. Zu den Mitgliedern gehören Firmen aus einer Vielzahl von Industriezweigen, hierzu gehören Landwirtschaft und Viehzucht, Nahrungsmittelherstellung, Gesundheitsfürsorge für Menschen und Tiere und die Umweltindustrie.

ots Originaltext: Global Industry Coalition
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Libby Mikesell, Tel. 001-202-857-0244
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