AK Wien: Geldwechseln ist viel zu teuer

Banken und Wechselstuben geben die Vorteile aus dem Euro nicht an die Kunden weiter, kritisiert die AK Wien

Wien (OTS) - Heftige Kritik an der Verteuerung der Geldwechsel-Spesen übt die AK Wien. Eine Erhebung der AK im Jänner hat gezeigt, daß Geldwechseln bei Banken und Wechselstuben vor allem bei kleinere Geldbeträgen deutlich teurer geworden ist. Und das, obwohl mit der Einführung des Euro das Gegenteil zu erwarten gewesen wäre. "Seit 1.1.99 existiert zwischen den Euro-Ländern ein fixer und unwiderruflicher Wechselkurs", so AK Konsumentenschützerin Margit Handschmann. "Das bedeutet, daß die Geldinstitute kein Wechselkursrisiko mehr haben. Außerdem ist der neue offizielle Wechselkurs günstiger. Trotzdem kommt den Konsumenten das Wechseln kleiner Beträge heute teurer als noch 1996. Bei großen Summen kam es zwar zu einer Verbilligung, aber
die ist viel zu gering ausgefallen". Die AK fordert die Banken und Wechselstuben auf, kundenfreundliche Wechselspesen einzuführen. Außerdem wird die Arbeiterkammer die Ergebnisse der Wechselspesen-Untersuchung an die Wettbewerbskommission der EU weiterleiten, die ohnehin gerade gegen verschiedene Banken wegen des Verdachts der Preisabsprache ermittelt.***‘

Die AK Wien hat im Jänner die Kosten für das Wechseln von Schilling in Fremdwährungen erhoben. In 15 Bankfilialen und vier Wechselstuben wurden Dollar, D-Mark, britische Pfund, griechische Drachmen und türkische Lira eingekauft. Wichtigstes Ergebnis: Das Wechseln kleinerer Beträge ist deutlich teurer geworden. Mußte etwa ein Urlauber 1996 für 100 D-Mark 718 Schilling zahlen, zahlt er heute im günstigsten Fall 734 und zumeist sogar 754 Schilling. Und das obwohl der offizielle Wechselkurs günstiger geworden ist (bei der Untersuchung 1996 717,30 Schilling, heute 703,55 Schilling). Die Verteuerung beträgt somit mindestens 16, zumeist sogar 36 Schilling. Kleinbeträge zu wechseln kommt vor allem wegen der hohen Mindestspesen teuer. Die meisten Institute verlangen 1,5 Prozent des Betrages bei Mindestspesen von 50 Schilling. Das
führt dazu, daß man zum Beispiel beim Wechseln von 500 Schilling zehn Prozent Spesen zahlt.

Bei größeren Beträgen - zum Beispiel 1.000 D-Mark – ist das Geldwechseln zwar billiger geworden, aber die Verbilligung ist
meist völlig unzureichend. Zwar kosten 1.000 D-Mark heute um
137,50 Schilling weniger als 1996, doch wird dieser Kursvorteil
von neu eingeführten Spesen zum Großteil wieder "aufgefressen". Für den Kunden sind 1.000 D-Mark nach Abzug dieser Spesen bei den meisten Instituten nur mehr um 21 Schilling billiger als 1996. Nur wenige Institute geben die Wechselkursvorteile ein wenig großzügiger an die Kunden weiter. So haben sich 1.000 D-Mark bei der BAWAG um 67, bei der Volksbank Wien um 77 und bei der PSK um
107 Schilling verbilligt.

Die AK wird die Ergebnisse ihrer Wechselkurserhebung an die Wettbewerbskommission der EU weilterleiten. Brüssel untersucht derzeit ohnehin gerade die Praktiken der Banken beim Geldwechseln.

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