Ettl: EU-Warnung auch an die österreichischen Geldinstitute

Eurovorteile sind an die Kunden weiterzugeben

Brüssel/Wien (ÖGB). "Die deutliche Warnung durch den EU-Wettbewerbskommissar sollen auch die österreichischen
Geldinstitute nicht auf die leichte Schulter nehmen", forderte der EU-Abgeordnete und ÖGB-EU-Ausschuss-Vorsitzende, Harald Ettl, nachdem Dienstag der EU-Wettbewerbskommissar Karel va Miert bei
acht europäischen Großbanken in vier Mitgliedsstaaten eine Hausdurchsuchung wegen wettbewerbswidriger Absprachen bei Wechselgebühren veranlasst hat. ++++

Ettl: "Die Frage ist nicht, ob die österreichischen Geldinstitute um einige Groschen niedrigere Bankgebühren verrechnen, sondern ob die Gebühren wie in anderen Länder ebenfalls überhöht sind. Und die ersten Ergebnisse von Untersuchungen scheinen dies zu bestätigen. Daher sollten die österreichischen Geldwechsler nun nicht in Schadenfreude über die Hausdurchsuchungen in den anderen Länder verfallen und schleunigst die Gebühren senken".

"Alleine die Tatsache, dass Wechselstuben am Flughafen Schwechat mehr als doppelt so hohe Gebühren verrechnet als in der Wiener Innenstadt, sollte wachrütteln", meinte der Gewerkschafter. So gesehen sei daher auch die Kritik des Syndikus der Bundeskreditsektion der Wirtschaftskammer, Herbert Pichler, er (Ettl) würde durch seine Kritik an den überhöhten Wechselspesen bei den Konsumenten falsche Erwartungen wecken, einfach
lächerlich. Ettl: "Die Kritik ist berechtigt und die Geldinstitute sollen die Eurovorteile weitergeben und die Gebühren schleunigst senken". Dies sei, so der Gewerkschafter, vor allem auch deshalb notwendig, da fast allen Geldinstitute rund 50 S Mindestumtauschspesen verlangen und daher die Kunden beim Umtausch kleinerer Summen noch kräftiger zur Kasse gebeten werden.

Der EU-Abgeordnete warnte auch davor, dass Geldinstitute ihre Praktiken nicht überziehen sollten, denn sonst "bringen sie den Euro in Verruf". Ettl forderte die Bankenvertreter auf, sich mit
den Konsumentenschützern an einen Tisch zu setzten, um gemeinsam eine für die Kunden annehmbare Lösung zu finden.(ff)

ÖGB, 17. Februar 1999 Nr. 73

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