WK kritisiert mißbräuchliche Verwendung von Kammeradressen

Internet-Projekt von Vizebürgermeister Schaden ist kraß wettbewerbsverzerrend

SALZBURG (HKS). Eine "Vorgangsweise jenseits der Korrektheit", so bezeichnete Wirtschaftskammerdirektor Dr. Wolfgang Gmachl am Dienstag, 16. 2., die Vorgänge rund um das Projekt www.salzburg-business.net, das am kommenden Donnerstag der Öffentlichkeit hätte vorgestellt werden sollen. Das Pressegespräch hat Vizebürgermeister Dr. Heinz Schaden, auf dessen Initiative das Projekt ins Leben gerufen wurde, bereits abgesagt.
Dabei soll Firmen ein dreimonatiger Gratis-Internet-Zugang für Salzburger Betriebe und eine Unternehmenspräsentation im World-Wide-Web angeboten werden. Gleichzeitig wird das Projekt aus
Mitteln der Wirtschaftsförderung der Stadt gefördert. Provider ist die Stadtwerke-Tochterfirma salzburg.at.

Laut Wirtschaftskammerdirektor Dr. Wolfgang Gmachl sind dabei die Adressen der WK-Mitglieder in der Stadt mißbräuchlich verwendet worden. Mitte Dezember hat die Objekt-Werbung die Adressen der Kammermitglieder der Stadt Salzburg für eigene Zwecke erworben. "Die Wirtschaftskammer gibt die Adressen nur unter der
Voraussetzung ab, daß diese nur zum eigenen Gebrauch verwendet und nicht an andere Institutionen und Personen weitergegeben werden.
Das ist auch auf jeder Rechnung ausdrücklich vermerkt. In diesem Fall hat man sich ganz eindeutig nicht daran gehalten und die Adressen weiterverwendet bzw. an andere weitergegeben", stellte
Dr. Gmachl fest. Die Wirtschaftskammer lehne diese mißbräuchliche Vorgangsweise mit allem Nachdruck ab. Die Förderung der öffentlichen Hand für salzburg.at sollte schleunigst zurückgenommen werden.

Datenverarbeiter lehnen Bevorzugung eines Unternehmens ab

Von seiten der Fachgruppe für Unternehmensberatung und Datenverarbeitung nahm Fachgruppengeschäftsführer Dr. Günter G. Morawetz Stellung. Er verwies auf die wettbewerbsverzerrenden Effekte, die eine einseitige Förderung durch Steuergelder für einen einzigen Provider hervorrufe. Mittlerweile gebe es in
Salzburg nicht nur mehrere Internet-Provider, sondern auch viele Firmen, die Homepages erstellen. Diese würden durch die einseitige Unterstützung des Betriebsreferates für salzburg.at einen krassen Nachteil erleiden. "Ich stelle an Vizebürgermeister Schaden außerdem die Frage, nach welchen Auswahlkriterien salzburg.at zum Zug gekommen ist?", will Morawetz wissen. Abzulehnen sei auch die Etablierung eines Internet-Beratungsdienstes im Wege des Betriebsreferates der Stadt Salzburg. Es gebe genügend private Beratungsfirmen, die durch die Schaden-Aktion konkurrenziert
werden. Nicht zuletzt stelle sich die Frage nach der Qualität der angebotenen Internet-Präsentation, da die Zeiten der reinen Internet-Verzeichnisse längst vorbei seien.

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