DIE ZEIT LÄUFT (der Natur davon?)

Noch ein Monat Zeit für Nennung von Europa-Schutzgebieten Natura 2000 - vier Bundesländer kündigen Nach-Nominierungen an!

Wien (OTS) - Noch genau einen Monat haben die Landesregierungen Zeit, wertvolle Naturgebiete für das europäische Schutzgebiets-Netz Natura 2000 zu nennen und so dauerhaft zu erhalten. "Burgenland, Oberösterreich, Vorarlberg und die Steiermark haben bereits Nach-Nominierungen angekündigt", freut sich Mag. Christoph Walder, Leiter der WWF-Kampagne Netz des Lebens - retten wir unsere wertvollsten Naturgebiete jetzt. Allerdings sind immer noch europaweit gefährdete Arten und Lebensräume ungeschützt. "Die Zeit läuft - und jede Verzögerung bedeutet weitere Bedrohung für einmalige Naturjuwele. Die säumigen Landesregierungen sind dringend gefordert, ihre Liste an Natura 2000 Gebieten jetzt zu vervollständigen!" fordert Mag. Christoph Walder.

Natura 2000 ist ein Netzwerk an Schutzgebieten, das besonders wertvolle Lebensräume und Arten in ganz Europa dauerhaft erhalten will. Mit der letzten, im Oktober 1998 eingereichten Liste an Gebieten ist Österreich der Verpflichtung, seine wertvollsten Naturgebiete einzubringen, nur mangelhaft nachgekommen: Von 186 Gebieten, die nach den EU-Naturschutzrichtlinien zu schützen sind, fehlen noch 63 (die WWF-Schattenliste). Bis 15. März können die Bundesländer weitere Gebiete nennen.

Das Netz des Lebens wird dichter: Vier Bundesländer nennen weitere Gebiete Vier Bundesländer gehen jetzt mit gutem Beispiel voran: Die Steiermark wird weitere 22 Gebiete nennen, Oberösterreich hat drei, Vorarlberg und Burgenland je zwei Nachnominierungen angekündigt. Darunter so wertvolle Gebiete der WWF-Schattenliste wie die Maltsch, die Untere Traun, die Obere Mur, die Bregenzer Ache und der Mattersburger Kogel. "Ein schöner Erfolg - jetzt darf man nicht auf halbem Wege stehenbleiben!" fordert WWF-Kampagnenleiter Mag. Walder die noch ausstehenden Gebiete dieser Bundesländer ein. Die Zeichen der Zeit übersehen haben Tirol, Kärnten und Salzburg: Einzigartige Naturjuwele wie das Tiroler Lechtal und das Vogelgebiet Kaisergebirge/Schwemm, die Salzburger Flüsse Lammer, Saalach und Taugl und gleich 15 wertvolle Kärntner Gebiete fehlen noch im Netz des Lebens. Auch Niederösterreich hat vier wichtige Vogelgebiete noch nicht genannt.

Europaweit bedeutende Arten und Lebensräume: Für immer verloren? Entwarnung gibt der WWF noch lange nicht. Nach einer Studie der Naturschutzorganisation sind nach dem derzeitigen Stand besonders gefährdete Lebensräume wie Moore und Flußlandschaften und 11 europaweit gefährdete Arten (ohne Vögel) nicht ausreichend geschützt. Einige Beispiele: Die Bileks Azurjungfer, eine blauschimmernde Kleinlibelle, kommt weltweit nur im Lechtal vor. Das einzige Vorkommen der Seelaube südlich des Alpenhauptkammes ist durch ein Hotelprojekt in Walterskirchen am Wörthersee bedroht. Weiters fehlen 23 der 58 europaweit bedeutenden Vogelgebiete Österreich in der Liste der Natura-2000-Gebiete. Das trifft die weltweit bedrohte Großtrappe und den Wachtelkönig und die wunderschöne Blauracke. Mag. Christoph Walder appelliert: "Die Landesregierungen müssen JETZT handeln und die fehlenden Gebiete einbringen - denn jede Verzögerung bedeutet Bedrohung!"

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