Technische Universität testet Österreichs Handynetze - A1 hat beste Qualität

Netze werden künftig regelmäßig getestet und erhalten Prüfsiegel

Wien (OTS) - Ein unabhängiger Netz-Test der TU Wien unter der Leitung von Prof. Harmen R. van As hat ergeben, daß das A1-Netz bei Gesprächsaufbau, erfolgreicher Gesprächsbeendigung und Gesprächsqualität - wenn auch knapp - vor seinen Mitbewerbern max.mobil und One liegt. Der Neueinsteiger One schneidet vor allem bei der Gesprächsqualität schlechter ab. Die mobilkom wird diese Netz-Tests nun regelmäßig durchführen lassen. Ein Prüfsiegel soll garantieren, daß die Messung von der TU durchgeführt wurde und somit unabhängig und objektiv ist.

In Österreich gibt es bereits über 2,2 Mio GSM-Kunden, allein in Wien telefonieren täglich insgesamt mehr als 600.000 Handy-User in den drei Handynetzen - Tendenz stark steigend. Neben dem Preis spielt für die Kunden vor allem die Qualität des Netzes eine wesentliche Rolle. Ein von max.mobil im Dezember vergangenen Jahres durchgeführter Vergleichstest der GSM-Netze in Österreich sorgte für Verstimmung zwischen den Netzbetreibern max.mobil und mobilkom. Im max.mobil-Test wurde dem A1-Netz eine extrem schlechte Qualität unterstellt. Da die von max.mobil kolportierten Daten nicht mit den Messungen von mobilkom übereinstimmten, forderte man Einsicht in die Meßdaten, bzw. eine unabhängige Prüfung der Test-Daten durch die Technische Universität Wien.

Da max.mobil sich gegen eine Veröffentlichung der Daten und eine Einsicht ausgesprochen hat, hat die mobilkom daher das Institut für Kommunikationsnetze der Technischen Universität Wien ersucht, die Qualität der GSM-Netze in Wien zu prüfen. Die TU Wien führte den Test mit den neuesten Meßcomputern der Firma Ascom durch, konkret wurde das Meßsystem Ascom Qvoice verwendet. Der korrekte Einbau aller Testgeräte und Antennen wurden vom Forschungszentrum Seibersdorf überprüft - ein weiterer Beweis für die Objektivität des Tests.

"Wir haben Ende Jänner eine Woche lang den Netztest auf insgesamt 52 Routen auf allen Hauptverkehrswegen in Wien sowie zwei Fußrouten in der Innenstadt durchgeführt", erklärt Universitätsprofessor Harmen R. van As. In mehr als 500 Zwei-Minuten-Gesprächen wurden Gesprächsaufbau, die Anzahl der erfolgreich beendeten Gespräche sowie mit mehr als 10.000 Sprachsamples die Gesprächsqualität analysiert.

Das Ergebnis dieses Tests ist für die mobilkom sehr erfreulich, da A1 in jedem Bereich Spitzenwerte aufweist. Beim Gesprächsaufbau und der Anzahl der erfolgreich beendeten Gespräche und der Gesprächsqualität liegt A1 immer knapp vor den Konkurrenten. Von den durchgeführten Testtelefonaten konnten bei A1 96,6%, bei max.mobil 96,1% und bei One 95,4% erfolgreich aufgebaut werden. Von den zustandegekommenen Gesprächen wurden bei A1 94,3%, bei max.mobil 93,9% und bei One 91,6% erfolgreich beendet. Unter Berücksichtigung der Schwankungsbreite von 1,8% sind die Ergebnisse jedoch als statistisch gleichwertig zu betrachten.

Den größten Unterschied gab es allerdings bei der Gesprächsqualität (die statistische Schwankungsbreite beträgt in diesem Bereich nur 0,5%). Bei A1 hatten 91% der Gespräche eine gute Qualität, bei max.mobil 90,4% und bei One lediglich 86,4%. Damit lag One im Test-Zeitraum eindeutig unter der 90-Prozent-Marke, die als Grenzwert für gute Gesprächsqualität gilt. Dazu meint Prof. van As: "Dies hat damit zu tun, daß in der kurzen Zeit noch nicht genügend Basisstationen aufgebaut werden konnten. Das Funknetz One operiert heute fast immer mit maximaler Sendeleistung, um die Abstände zwischen den Stationen zu überbrücken. Dadurch bleibt fast kein Spielraum mehr, die Sendeleistung der Handys zu erhöhen, wenn die Sprachqualität eines Teilnehmers abzunehmen droht".

Mobilkom-Generaldirektor Heinz Sundt führt die gute Netzqualität im A1-Netz auf das Ende vergangenen Jahres abgeschlossene Sofortprogramm zurück, durch das die bestehenden Kapazitätsengpässe in Wien reduziert werden konnten - damals wurden 50 zusätzliche Funkstationen errichtet. "Die Implementierung der neuen Verschlüsselungstechnik EFR sowie des modernsten Frequenznutzungsverfahrens haben eine zusätzliche Qualitätsverbesserung gebracht", so Sundt.

Aber trotz der derzeit guten Qualität im A1-Netz braucht die mobilkom unbedingt zusätzliche Frequenzen im 1800er-Bereich. "Das Sofortprogramm im 900er-Netz, das wir durch die Kapazitätsengpässe in Wien realisieren mußten, hat uns enorm hohe zusätzliche Investitionen beschert", so Sundt. "Im Vergleich zu 1800er-Frequenzen viermal so hoch." Darüberhinaus werden zusätzliche Sendestationen in Ballungsräumen immer schwieriger genehmigt, der Ausbau des 900er-Netzes stößt an physikalische Grenzen. Deshalb kann es in weiterer Folge lokal zu Überlastungen des Netzes kommen, die zusätzliche Frequenz-Ressourcen notwendig machen.

Die mobilkom wird das A1-Netz auch in Zukunft regelmäßig vom Institut für Kommunikationsnetze der Technischen Universität testen lassen und die Ergebnisse veröffentlichen. Ein Prüfsiegel wird auch dafür bürgen, daß der Test objektiv und unabhängig durchgeführt wurde. Prof. van As sparte auch nicht mit Kritik an den von max.mobil im Dezember kolportierten Meßergebnissen. Laut Prof. van As sind die Fehler im max-Test beim Messungsvorgang selbst und eventuell auch in der Auswertung zu suchen. "Bei einem erfolglosen Rufaufbau wurden sofortige Rufwiederholungen vorgenommen, deren Anzahl auch nicht angegeben wurde. Durch diesen Vorgang sind viele Messungen stark voneinander abhängig und das Meßergebnis wird verzerrt. Obwohl vielleicht viele Benutzer sofort wiederholen würden, ist bei einer so geringen Anzahl von Testrufen eine Beurteilung über das gesamte Netz oder größere Regionen sicher nicht zulässig. Außerdem hat die mobilkom im November Probleme mit einigen wenigen Basisstationen gehabt, so etwas bleibt der Konkurrenz natürlich nicht verborgen. Daraus aber eine allgemeine Qualitätsaussage über ein Funknetz abzuleiten, ist wissenschaftlich unseriös", so der Netzexperte der TU Wien.

Univ. Prof. Harmen R. van As ist seit 1. März 1996 Vorstand des Institutes für Kommunikationsnetze an der TU Wien sowie Mitgründer des Forschungszentrums Telekommunikation Wien FTW und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Informationstechnik. Vor seiner Berufung als Institutsvorstand an die TU Wien war er u.a. im IBM Forschungslabor Rüschlikon in der Schweiz tätig.

SIEHE AUCH APA/OTS-BILD www.ots.apa.at/file-service/4017.htm

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

MOBILKOM AUSTRIA AG
Ing. Martin Bredl
Unternehmenssprecher
Tel.: 01/331 61-2700

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NMO/OTS