Betriebsnachfolgen: Die Zeitbombe tickt

JW-Vorsitzender Stefan Umdasch: "Bis zu 30.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel"

Wien (Pwk) - In den nächsten 3-5 Jahren werden 30.000 Unternehmer in Pension gehen, bei denen die Nachfolgefrage ungeklärt ist. "Wenn es uns nicht gelingt, die Zeitbombe Betriebsnachfolge zu entschärfen, dann werden in den nächsten Jahren tausende Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren", warnt Stefan Umdasch, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft. ****

Auch wenn ein Nachfolger bereits feststeht, sind Betrieb und Arbeitsplätze noch lange nicht gerettet. So gehen 10 Prozent der Konkursanträge in der EU nach Berechnungen der Kommission ausschließlich auf Nachfolgeprobleme zurück, wovon jährlich mindestens 30.000 Unternehmen und 300.000 Arbeitsplätze in Europa gefährdet sind. Dafür sind nicht nur mangelhaft vorbereitete Übergaben, etwa im familiären Bereich, sondern vor allem auch die steuerlichen Rahmenbedingungen verantwortlich, die Übernahmen verhindern oder sie zum Scheitern bringen.

"Die betrieblichen Erbschafts- und Schenkungssteuern erreichen in Österreich nach wie vor die enorme Höhe von bis zu 60 Prozent. Das bricht den Nachfolgern das Genick - und hält viele davon ab, sich überhaupt für die Übernahme eines Betriebes zu interessieren. Legt man die EU-Berechnungen auf Österreich um, so bedeuten bereits 3.000 gescheiterte oder gar nicht erst zustandegekommene Übergaben, daß 30.000 Arbeitsplätze akut gefährdet sind", illustriert Umdasch die Konsequenzen ungelöster Nachfolgen.

Die Junge Wirtschaft hat daher die Nachfolgeproblematik zum Schwerpunktthema ihres Arbeitsjahres 1999 erhoben. "Wir sagen der Nachfolgeproblematik den Kampf an - und all jenen, die ihr tatenlos gegenüberstehen. Tony Blair hat schon vor zwei Jahren die betrieblichen Erbschafts- und Schenkungssteuern gestrichen, auch unser Bundeskanzler sollte sich persönlich dafür stark machen", fordert JW-Bundesgeschäftsführer Alfons Helmel.

Gerade in der der wichtigen Eigenkapitalfrage gibt es ein Mißverhältnis von Ankündigungen und Taten. "Da wird auf der einen Seite die Notwendigkeit von mehr Risikokapital für Unternehmen betont, auf der anderen Seite ist die angekündigte "Spekulationssteuer" für unser KMU-Börsensegment der Todesstoß. So kann's nicht weitergehen", kritisiert der Bundesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft.

Im Bereich der Nachfolgeproblematik hat die Junge Wirtschaft deshalb selbst die Initiative ergriffen. Sie will Unternehmer, die in Pension gehen und keinen Nachfolger haben, mit Gründern bzw. Jungunternehmern zusammenbringen. Deswegen hat die Junge Wirtschaft eine österreichweite Kontaktbörse für Nachfolgen ins Leben gerufen:
die Nachfolgebörse im Internet.

Das System ist einfach: Jeder Interessierte kann sich unter www.nachfolgeboerse.at mit einem persönlichen Paßwort kostenlos registrieren: Der übergabebereite Unternehmer inseriert sein Unternehmen, der Jungunternehmer bzw. Gründer gibt eine elektronische Annonce mit seinem Übernahmewunsch auf - beides vorerst anonym. Haben sich zwei Partner gefunden und stimmen die Bedingungen, so können die beiden in persönlichen Kontakt treten, um die Nachfolge näher zu besprechen. Kommt es durch die elektronische Kontaktaufnahme zu keinem gemeinsamen Interesse, haben beide ihre Anonymität gewahrt.

Für alle Fragen, die im Zuge einer Gründung auftreten, steht dann in ganz Österreich die "Nachfolge-Teamberatung" des neuen Gründerservice zur Verfügung: WK-Experten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen (z.B. Steuerrecht, Sozialversicherung, Gewerberecht) bereiten die Übernahme professionell vor. Ein Servicetelefon wurde zum Ortstarif eingerichtet: 07114/20 82 01 - von 8 bis 17 Uhr. (Schluß) MH

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