80 Jahre Frauenwahlrecht: Qualifikation von Frauen anerkennen

Nach wie vor Fülle von Benachteiligungen

SPERRFRIST BIS MONTAG, 15.2.1999, 18.00 UHR

Wien (ÖGB). " Zwischen den verbrieften Gleichstellungsrechten und der politischen Mitsprache in der gesellschaftlichen Wirklichkeit klafft eine enorme Schere", betonte heute die stellvertretende ÖGB-Frauenvorsitzende Erika Nußgraber-Schnabl bei der ÖGB-AK Veranstaltung "80 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich". ++++

Auch 80 Jahre nach dem Frauenwahlrecht gebe es Chancenungleichheit für Frauen in der Gesellschaft, betonte Nußgraber-Schnabl. Vor allem in den Bereichen Beschäftigung, Chancengleichheit, Gleichbehandlung und Beruf und Familie hätten Frauen nach wie vor mit Benachteiligungen zu rechnen.

"Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit", dürfe nicht nur ein Schlagwort sein. Heftig kritisierte Nußgraber-Schnabl die
Tatsache, dass vorhandene Qualifikation von Frauen in vielen Bereichen des Arbeitsmarktes nicht anerkannt wird und daher auch negative Auswirkungen auf das Einkommen habe.

Um Chancengleichheit zu verwirklichen, sei es notwendig, unterstützende Rahmenbedingungen für Frauen zu schaffen. Derzeit sei ein zweigeteilter Arbeitsmarkt typisch: Vollzeitbeschäftigung für Männer, Teilzeitbeschäftigung für Frauen, so Nußgraber-Schnabl.

Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei für viele Frauen noch immer problematisch: Nur ein Drittel der Frauen schaffe nach der Karenz den Weg zurück in den Beruf: Fehlende Kinderbetreuungsplätze oder nicht bedarfsgerechte Öffnungszeiten, aber auch Kündigungen nach der Karenzzeit seien Hürden für Frauen am Arbeitsmarkt.

Forderungen der ÖGB-Frauen seien daher u.a.: Die Verlängerung des Kündigungsschutzes nach der Karenz auf 26 Wochen, familienfreundliche Arbeitszeiten, ein Recht auf Teilzeit mit Rückkehrrecht sowie die Erhöhung des Karenzgeldes auf Höhe der Ausgleichszulage. (bfm)

ÖGB, 15. Februar 1999 Nr. 69

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