AK Tumpel fordert gleiche Chancen für Frauen

AK-ÖGB-Veranstaltung "80 Jahre Frauenwahlrecht"

Wien (OTS) - ACHTUNG: SPERRFRIST BIS MONTAG, 15. 2. 99, 18.00 UHR

"Mit dem Frauenwahlrecht haben die Frauen
durchgesetzt, daß sie ihre Interessen in der Politik selbst vertreten können", erklärt am Montagabend in Wien AK Präsident Herbert Tumpel bei der AK-ÖGB-Veranstaltung "80 Jahre Frauenwahlrecht". Gerade Frauen aus AK und ÖGB hätten sich im Parlament für Gleichberechtigung eingesetzt - von der Einführung des Karenzgelds bis hin zum Gleichbehandlungsgesetz. Auf dieser Grundlage müsse weitergearbeitet werden: "Frauen müssen in Wirtschaft und Gesellschaft die selben Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten haben wie Männer. Dafür brauchen sie Frauenförderung im Betrieb, müssen Kind und Karriere, Beruf und Familie für Frauen besser vereinbar sein." Aktuell sei vorrangig, die Überschüsse im Familientopf nicht mit der Gießkanne zu verteilen, sondern das Karenzgeld zu erhöhen und Alleinerzieherinnen wieder zwei Jahre lang Karenzgeld zu zahlen. ****

"80 Jahre Frauenwahlrecht bedeuten auch 80 Jahre Einsatz für gleiche Chancen", würdigt Tumpel die Arbeit der Frauen als Abgeordnete im Parlament. Gerade Frauen aus AK und ÖGB setzten
sich im Parlament für Gleichberechtigung ein: Die Sozialpolitik
der Ersten Republik, etwa die Einführung des Achtstundentags, trägt die Handschrift von Anna Boschek, der ersten
Gewerkschafterin im Parlament. In der Zweiten Republik arbeitete Wilhelmine Moik, Vorsitzende der ÖGB-Frauen, als Abgeordnete wesentlich am Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz mit, mit dem 1955 etwa die Alterspensionen erstmals umfassend geregelt wurden. Hertha Firnberg (sie begann als AK Expertin) sorgte als
Abgeordnete und Wissenschaftsministerin für Gleichberechtigung von Frauen unter den Studierenden. Maria Metzker, die erste ÖGB Vizepräsidentin, war wesentlich beteiligt an der Ausarbeitung des Gleichbehandlungsgesetzes.

Auf dieser Grundlage, so Tumpel, müsse weitergearbeitet werden. Er fordert mehr Frauenförderung im Betrieb - und Maßnahmen, damit Beruf und Familie besser vereinbar werden: "Frauen mit kleinen Kindern brauchen ein Recht auf Mitsprache bei der Arbeitszeit -
bis hin zum Recht auf Teilzeit. Die Betriebe müssen mehr tun für die Weiterbildung von Frauen schon während der Karenz. Außerdem brauchen die Frauen mehr und bessere Kinderbetreuung - vom Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen bis zur Anpassung der Öffnungszeiten an die Arbeitszeiten der Eltern. Langfristig sollen alle Eltern ein Recht auf einen Betreuungplatz für ihr Kind
haben."

Zur aktuellen Diskussion über "Karenzgeld für alle" erklärt Tumpel, daß er die Unterstützung sozialer Härtefälle befürworte. Die erwarteten Überschüsse im Familientopf dürften aber nicht mit der Gießkanne verteilt werden: "Zuerst müssen soziale Härten zurückgenommen werden, die durch die Sparpakete ausgelöst wurden." Seit 1996 sei zum Beispiel das Karenzgeld nicht mehr erhöht
worden, werde das Karenzgeld nur noch eineinhalb Jahre lang ausbezahlt, wenn nur ein Elternteil in Karenz geht. Tumpel: "Wo weggenommen wurde, muß wieder gegeben werden, wenn wieder Geld da ist."

Eingeladen zur Diskussionsveranstaltung "80 Jahre Frauenwahlrecht" hat das Institut von AK und ÖGB zur Erforschung der Geschichte der Gewerkschaften und Arbeiterkammern. Erika Nußgraber-Schnabl, stellvertretende ÖGB Frauenvorsitzende, stellt die grundlegenden Positionen der gewerkschaftlichen Frauen- und Familienpolitik dar. Die Politikwissenschafterin Eva Kreisky referiert über "Stationen frauenpolitischer Entwicklungen 1919-1999" - von der Durchsetzung des Frauenwahlrechts 1919 bis hin zu den Reformen der 70er Jahre
und zu den aktuellen Diskussionen über Frauenförderung und Quotenregelung. Präsentiert wird auch eine Wanderausstellung zum Thema 80 Jahre Frauenwahlrecht.

BITTE BEACHTEN SIE DIE SPERRFRIST: MONTAG, 15. 2. 99, 18.00 UHR

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