Salzburg betritt Neuland.

Ein Modellversuch der Schulsozialarbeit wird gestartet

Salzburg (OTS)- Am 15.2.1999 startete der Verein für Bewährungshilfe und Soziale Arbeit (VBSA) das Projekt FACE 2 FACE, einen Modellversuch der Schulsozialarbeit an der Polytechnischen Schule Salzburg, im Auftrag der Stadt Salzburg, Stadtrat Dr. Josef Huber.

Zwei Sozialarbeiter des Vereins für Bewährungshilfe und Soziale Arbeit (ein Bewährungshelfer und ein Konfliktregler) stehen für insgesamt 10 Stunden pro Woche zur Verfügung. Im westeuropäischen Ausland gibt es schon viele erfolgreiche Modelle der Schulsozialarbeit, in Österreich bewegen wir uns noch weitgehend im Neuland. Jungen Menschen in schwierigen Lebenssituationen professionelle Hilfe anzubieten und dadurch größere Schwierigkeiten und Brüche in der Lebensführung zu vermeiden, ist das Ziel von Schulsozialarbeit ebenso wie des VBSA, der bereits seit mehr als 40 Jahren überaus erfolgreich Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen Hilfestellung unter dem Motto "Helfen statt strafen" leistet.

Der Gemeinderat der Stadt Salzburg hat am 21.12.1998 auf Vorschlag des Ressorts Dr. Huber beschlossen, den VBSA mit der Durchführung dieses Modellversuchs ("Face2face") an der Polytechnischen Schule Salzburg zu beauftragen.

Der Modellversuch ist zunächst bis Ende Sommersemester 2000, also für insgesamt 1 ½ Jahre geplant. Dann sollen die Erfahrungen gesammelt und über Fortführung, Konzeptveränderung oder Einstellung des Modells entschieden werden.

Die Ausgangslage

Seit mehreren Jahren sahen sich die LehrerInnen der Polytechnischen Schule mit einer zunehmenden Häufung von Verhaltensauffälligkeiten, massiven Konflikten, Kleinkriminalität, Mißbrauch von Rauschmitteln und Aggressionshandlungen konfrontiert. Dabei stand bisher eine Beratungslehrerin mit nur 6 (!) Wochenstunden zur Verfügung.

In Zusammenarbeit von Direktion und LehrerInnen der Polytechnischen Schule mit dem VBSA wurde das Projekt, das erste seiner Art im Bundesland Salzburg, erarbeitet.

Das konkrete Angebot

Es werden Sprechstunden inner- und außerhalb der Schule angeboten und in geeigneter Form (durch Folder, Ganggespräche und Information in den Klassen) den SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern bekanntgemacht.

Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen

Die Schüler sind Abgänger sämtlicher Stadthauptschulen, Schulabbrecher höherer Schulen und am Arbeitsmarkt schwer vermittelbare Jugendliche, die ein freiwilliges 10. Schuljahr anhängen. Sie befinden sich insgesamt in einer schwierigen Lebensphase und müssen weitreichende Entscheidungen für Ausbildung und Beruf treffen, gleichzeitig aber auch mit ihrer entwicklungsbedingten Situation (Pubertät/Identitätssuche) umgehen lernen.

Viele dieser Jugendlichen kommen aus sozial und biographisch benachteiligten Lebenszusammenhängen und es fehlt bei auftretenden Krisen oft an Hilfsangeboten und Fördermöglichkeiten der Familie und des Umfeldes.

Sozialarbeit unter dem Motto: "Nimm's in die Hand"

Beratungsgespräche sollen die Jugendlichen unterstützen, Lösungen für ihre persönlichen Probleme zu finden. Es liegt in der Natur der Sache, daß Jugendliche in ihrer Entwicklung an Grenzen stoßen, diese auch austesten und dann Hilfe brauchen. Ebenso klar ist, daß für manche Jugendliche bei wichtigen Lebensentscheidungen beratende Unterstützung wichtig ist. Das Angebot einer Vertrauensbeziehung mit den Sozialarbeitern ist dabei ein wesentlicher Faktor. Die zentrale Botschaft an die Jugendlichen lautet: "Nimm's in die Hand, steck den Kopf nicht in den Sand!". Eltern, Lehrer und sonstige Bezugspersonen können in die Beratung einbezogen werden, wenn der Jugendliche und sie selbst das wünschen.

Bei akuten Konflikten wird auf Wunsch aller Beteiligten versucht, im gemeinsamen Gespräch - face to face - eine Konfliktlösung zu erarbeiten. Besonders bei strafrechtlich relevanten Konflikten finden ohne Einschaltung behördlicher Instanzen - in Anlehnung an die Methoden des Außergerichtlichen Tatausgleiches - Einzel- und Gruppengespräche statt. Diese Intervention soll helfen, im Einzelfall den Konflikt zu bereinigen und die Fähigkeiten der Betroffenen zur sozialen Konfliktbewältigung fördern.

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