Erstmals Gerichtsverfahren gegen antisemitischen Kaplan

Organisator der Wallfahrt zum berüchtigten "Anderl" von Rinn muß sich Anfang März vor Gericht verantworten

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, muß sich der katholische Kaplan Gottfried Melzer Anfang März vor dem Landesgericht Steyr wegen Verhetzung (§ 283 Strafgesetzbuch) verantworten. Melzer gilt als Organisator der alljährlichen stattfindenden Wallfahrt zum sogenannten "Anderl von Rinn" in Tirol. Beim Anderl-von-Rinn-Kult handelt es sich um eine Ritualmordlegende aus dem 15. Jahrhundert, nach der ein Kind von reisenden Juden ermordet worden sei. Die Ritualmordlegende diente in den vergangenen Jahren immer wieder als Nährboden für Antisemitismus. Der damalige Diözesanbischof von Innsbruck, Reinhold Stecher, hat den Kult 1989 offiziell verboten. Trotzdem kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Wallfahrten zum Geburtshaus des Anderl. Bei einer Verurteilung drohen dem Kaplan bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe.

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