Draken-Nachfolger: Heeresflieger stellen Ultimatum

Brigadier Josef Bernecker, Chef der Luftabteilung im Verteidigungsministerium zu FORMAT: "Entscheidung spätestens in der Regierungserklärung, sonst können wir unseren Auftrag nicht mehr erfüllen"

Wien (OTS) - In der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT stellt Brigadier Josef Bernecker, Chef der Luftabteilung im Verteidigungsministerium, der Politik ein Ultimatum:
"Bis zum Jahr 2000 muß eine Entscheidung über den Draken-Nachfolger gefallen sein, sonst können wir unsere Aufgabe nicht mehr erfüllen." Spätestens in der Regierungserklärung nach den Nationalratswahlen müßte die Lösung des Problems klar formuliert werden. ****

Die Lebenszeit der Abfangjäger, die Österreich 1985 gebraucht von der schwedischen Luftwaffe gekauft hat und schon vor drei Jahren außer Dienst stellen wollte, läuft unweigerlich ab. In der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des grünen Abgeordneten Andreas Wabl erklärte Verteidigungsminister Werner Fasslabend, der volle Flugbetrieb könne nur mehr bis zum Jahr 2003 aufrechterhalten werden.

Das Verteidigungsministerium glaubt trotzdem, den Zeitplan erfüllen zu können: Ein "Pflichtenheft" mit dem Anforderungsprofil des Draken-Nachfolgers liege bereits vor, so Fasslabend in der Anfrage-Beantwortung. Diese Aussage stößt wiederum auf Kritik bei den Grünen. Wabl: "Es hat bislang keinen Grundsatzbeschluß über den Ankauf neuer Abfangjäger gegeben. Fasslabend bereitet das nächste milliardenschwere Aufrüstungspaket offenbar ohne Abstimmung mit der Regierung vor."

Das österreichische Draken-Debakel erheitert inzwischen bereits internationale Medien: "Jane's Defence Weekly", die US-amerikanische Bibel der Waffenbranche, widmete dem Thema kürzlich eine ganze Seite. Leicht verzagter Titel: "Es stimmt nicht, daß alle unsere Flugzeuge schrottreif sind."

Rückfrage: Format-Politikredaktion, Martin Staudinger, 0664-431 71 07

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