VgT-Tiertransportblockade wegen Schnee-Chaos abgesagt, aber Herodes lebt: VgT verfolgt Kälbertransporter nach Italien

Wien (OTS) - Wegen des anhaltenden extremen Winterwetters mußten wir die für kommenden Samstag, dem 13.2.99 geplante 13. Tiertransport-Blockade auf der Tauernautobahn absagen. Wir werden sie zu einem späteren Zeitpunkt nachholen und Sie rechtzeitig informieren.

Nichtsdestotrotz haben wir die Zeit genützt, um uns wieder einmal über die Situation eines unverändert stattfindenden EU-Transportskandals zu informieren. Vergangenen Montag verfolgten Mitarbeiter des "Verein gegen Tierfabriken" (VgT) einen Kälbertransporter aus Niederösterreich (Fa. Purkhauser aus Kollnbrunn) ca. 5 Stunden bis nach Salzburg. Dort standen die armen Tiere von 10 Uhr bis zum Abend auf dem LKW in der Kälte, ohne versorgt zu werden. Zwischendurch kamen an die 30 kleinere LKW, um einen aus Bozen angekommenen, dreistöckigen (!) Kälbertransporter mit Anhänger zu "befüllen", u.a. auch mit den Tieren aus NÖ. Aus früheren Recherchen wissen wir, daß sämtliche Tiere danach "cleane" Papiere des Salzburger Amtstierarztes Dr. Lang mit Stempel und Unterschrift haben, die sie als "Mastkälber" für den Export ausweisen. Selbiger Amtstierarzt ist nur allzu bekannt durch seine Unkenntnis der geltenden Gesetzeslage, durch permanentes "Wegschauen" bei durch Verletzungen transportuntauglichen Schlachttieren und sogar - bei früheren Zollkontrollen - durch die Annahme von Bestechungsgeschenken (in Form von Fleischpaketen).

Der italienische Super-Transporter fuhr dann um ca. 18 Uhr weiter Richtung Deutschland, um bei Rosenheim je einmal einen Teil der Kälber wieder zu entladen und woanders (in Tirol) wieder neu zu beladen. Offenbar wurde hierbei endgültig getrennt in wirkliche Mastkälber (die erst mit ca. 3-4 Monaten geschlachtet werden) und der "Ausschußware", den sog. Herodes-Kälbern. Denn danach ging es -natürlich auch ohne entsprechende Versorgung - durch bis nach Bozen, wo der dreistöckige Transporter um ca. 2 Uhr früh eintraf. Nach einer Schlafpause (für den Fahrer) auf einem Parkplatz - die erschöpften Tiere brüllten sich inzwischen vor lauter Hunger und Durst die letzte Energie aus dem Leibe - fuhr dieser um ca. 6 Uhr weiter, vermutlich Richtung Frankreich. Dort haben wir leider die Fährte verloren; aus früheren Recherchen des Tierfilmers M. Karremann wissen wir jedoch, daß diese Tiere zumeist in einem der berüchtigten "Herodes-Schlachthöfe" irgendwo in Frankreich enden (siehe ZDF-Dokumentation "Kopfgeld für Kälber"). Dort werden sie nach einer mehrtägigen Reise - für eine Kopfprämie von bis zu 2.000,- öS - im Akkord erschlagen und zu Tiermehl weiterverarbeitet. ? ... um den Rindfleischmarkt zu entlasten...", wie es im kalten EU-Jargon so schön heißt. Die extrem brutalen, mit versteckter Kamera aufgenommenen Szenen bei der Vernichtung dieser Kreaturen sind mir bis heute ins Gedächtnis geschrieben.

Immerhin ist uns wieder einmal der Hinweis geglückt, daß sehr wohl auch österreichische Kälber (bzw. Händler) an diesem mafiösen Geschäft beteiligt sind. Schön daß sich wenigstens die Genossen Fischler und Molterer ihre Hände in Unschuld waschen können, da diese "Verarbeitungs- prämie" für Kälber bis zu 3 Wochen (= "Herodesprämie") von Österreich offiziell nicht bezahlt wird. Das Geschäft läuft ja lediglich indirekt - durch die Prämien aus Frankreich, Portugal, England oder Irland - bei Nacht und Nebel - und unter Beihilfe gewisser österreichischer Behörden ab.

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