Wiener LIF kritisiert fehlendes Projektmanagement im Wiener Spitalsbau

Stadt Wien agiert unprofessioneller als der kleine Häuselbauer

Wien (OTS) Das Fehlen eines professionellen Projektmanagements im Spitalsbau koste den Steuerzahler mehrstellige Millionenbeträge und manchmal auch ein Architekturbüro seine Existenz, kritisierte heute die liberale Planungssprecherin Michaela Hack Vorkommnisse rund um das Ausbauvorhaben des Kaiserin Elisabeth Spitals.

Schon in der Vergangenheit sei es immer wieder zu gravierenden Verteuerungen im Spitalsbau gekommen. Erst letztes Jahr sei es beim Ausbau des Sophienspitales zu einer Kostenüberschreitung von ca. 25% gekommen, ergänzt die Gesundheitssprecherin der Wiener Liberalen Alexandra Bolena. Deshalb forderte das LIF von Stadtrat Rieder auch wiederholt die Beauftragung eines effizienten und professionellen Projektmanagements unter Einbindung externer Fachleute. Dies wurde seitens des Krankenanstaltenverbundes (KAV) auch zugesagt.

Die Umsetzung dieser Idee dürfte allerdings beim KAV auf einige Hindernisse stoßen, vermutet Hack. Wie wäre es sonst möglich, daß die ursprünglichen Schätzkosten von 210 Mio. öS für den Ausbau des Kaiserin Elisabeth Spitals nun um 70 bis 110 Mio. öS überschritten würden? Der KAV macht dafür nun die Architekten verantwortlich. "Der KAV macht es sich damit ein bißchen zu einfach. Schließlich ist das Architektenteam als Sieger aus einem europaweiten Wettbewerb hervorgegangen. Diese einstimmige Entscheidung der Fachjury, in der auch der KAV vertreten war, kann nicht jetzt plötzlich unter den Tisch gekehrt werden", sagte Hack.

Die Architekten Fasch & Fuchs hatten bereits von Anfang an auf die falschen Kostenschätzungen und ungenauen Wettbewerbsunterlagen hingewiesen. Zudem wurde dann noch eine Reihe an Zusatzwünschen durch die Spitalsnutzer geäußert. "In dieser Phase hätte es unbedingt professionelle und qualifizierte Projektbetreuung seitens des KAV geben müssen. Dem war jedoch offensichtlich nicht so", kritisierte Hack. Erst nachdem die Architekten nach monatelanger Planung die Gesamtkosten präsentierten, klingelten beim KAV die Alarmglocken.

Als tatsächlichen Skandal aber bezeichnete Hack die Vorgehensweise der KAV-Beamten, die Architekten mit Abschlagszahlungen abfertigen zu wollen und für die bisher erbrachten Leistungen nicht zu bezahlen. Es sei an der Zeit, daß der KAV die Fehler auch bei sich suche. "Ein seriöser Bauherr muß bereits vom Planungsbeginn an ein begleitendes Controlling, am besten durch einen externen Projektmanager, durchführen", so Hack. Allerdings war die Controllingstelle des KAV über längere Zeit überhaupt unbesetzt.

Die Kostenschätzung der Architekten wurde von zwei unabhängigen Gutachtern bestätigt. Es bleibe zu hoffen, daß Stadtrat Rieder die Entscheidung der Fachjury respektiere und eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden werde. Den beauftragten Architekten sollte ein Projektmanager zur Seite gestellt werden, der die Vertretung der Bauherrninteressen mit den architektonischen und technischen Erfordernissen koordiniere, so Hack abschließend.

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