Improvisierter ÖBB-Regionalverkehr rettet die Arlberger

Die ÖBB beweisen Flexibilität. Am Arlberg gibt es nur ein Verkehrsmittel, das fährt. Es sind dies die Züge der ÖBB.

Die Arlbergregion versinkt im Schnee. Alleine in den letzten Tagen fielen über zwei Meter Neuschnee. Was für die SkifahrerInnen ein "weißer Wedelspaß" ist, bedeutet für die ansässige Bevölkerung und für jene Touristen, deren Ferien zu Ende sind, ein Ereignis der anderen Art: mehrere hundert Menschen stecken in ihren Berghöfen fest, die Bevölkerung und mehrere tausend Touristen in den Wintersportgebieten können nur auf ein Verkehrsmittel zurückgreifen, auf die Züge der ÖBB. ****

Wie prekär die Situation am Arlberg ist, verdeutlicht alleine die Tatsache, daß Personenzüge zu Lebensmitteltransporten herangezogen werden müssen: "Gestern wurden beispielsweise in einem Reisezug 400 kg Fleisch für die Hotelerie in St. Anton zugeführt", meint Alfred Marignoni, der Leiter der Bestriebslenkung West. Der gesamte Reiseverkehr aber auch die Aufrechterhaltung der Infrastruktur in diesem Gebiet wird seit einigen Tagen von mehreren Dutzend ÖBB MitarbeiterInnen geleistet. Vom Weichenreiniger, der die Bahnhöfe und den Fahrweg vom Schnee befreit, bis hin zum Zugleiter, der die Zugrouten koordiniert, alle ÖBB-MitarbeiterInnen sind im Dauereinsatz.
Die Aufgabe, die es zu lösen gilt, ist nicht gerade einfach. Der Linienverkehr mit den Postbussen, der ansonsten die einzelnen Ortschaften anfährt, ist völlig zum erliegen gekommen. Damit die Menschen überhaupt auf ein Verkehrsmittel zugreifen können, sei es um von einem Ort zum anderen zu gelangen, sei es, um die notwendigen Lebensmitteleinkäufe zu tätigen, arbeiten die ÖBB in Permanenz an der Einrichtung einer funktionierenden Ersatzbeförderung über die Schiene. Nachdem fast alle Ortschaften über Bahnhöfe verfügen, wurde kurzerhand ein improvisierter Regionalverkehr installiert. Zugleiter, Disponenten und die Betriebsbereitschaft arbeiten in einer Tour, um den regionalen wie auch überregionalen Verkehr zu koordinieren.

"Wenn der Plan zur Ersatzbeförderung steht, sitzen wir alle wie auf Nadeln, immer bereit für Hiobsbotschaften wie Lawinenabgänge, die unsere Planung auf eine erneute Probe stellen", schildert Marignoni die extreme Arbeitssituation, unter der die Arbeit geleistet werden muß. Manchmal aber müssen die ÖBB-MitarbeiterInnen ganz einfach passen wie etwa im Falle der Ortschaft Schnann. Schnann ist wegen akuter Lawinengefahr verkehrsmäßig nicht bedienbar. 1.500 Menschen warten dort auf eine Stabilisierung der Wettersituation. Glücklicherweise sind solche Extremverhältnisse nicht alltäglich:
"Ähnlich der gegenwärtigen Situation am Arlberg, war die Lage 1996, als tagelang Föhnstürme gewütet haben oder etwa 1988, als infolge eines Lawinenabgangs eine Strecke gesperrt werden mußte", berichtet Marignoni aus seinem Erfahrungsschatz mit dem Arlberg.

Die Situation derzeit:
Im Arlbergbereich ist im Reiseverkehr mit Verspätungen von bis zu 45 Minuten zu rechnen. Aufgrund der derzeitigen – günstigeren -Witterungsverhältnisse wurde der Nachtsprungverkehr für die Nacht vom 10./11.02.1999 zugesagt. Der übrige Güterverkehr bleibt bis auf weiteres eingestellt.
Im Außerfernverkehr wurde ein Schienenersatzverkehr zwischen den Bahnhöfen Bichlbach-Berwang und Pfronten-Steinach sowie zwischen den Bahnhöfen Garmisch-Partenkirchen und Reutte in Tirol (über Deutschland) eingerichtet.

Daß die ÖBB als einziges Verkehrsmittel diese Region bedient, ist der ansässigen Bevölkerung, den über 40 Soldaten des Österreichischen Bundesheeres und den ÖBB-MitarbeiterInnen zu verdanken, die unter extremsten Bedingungen mithelfen, um den Bahnbetrieb aufrechtzuerhalten.

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