"EU-Osterweiterung - Chance und Risiko". Eine Veranstaltung des Freien Wirtschaftsverbandes Wien und w1 am 9.2.1999

Wien (OTS) - Ungefähr 250 Besucher fanden sich gestern auf Inititative des Freien Wirtschaftsverbandes Wien und w1 im Julius Raab Saal der Bundeswirtschaftskammer ein, um mit einem hochkarätig besetzten Podium über das Thema "EU-Osterweiterung - Chance und Risiko" zu diskutieren. Dkfm. Dr. Androsch, ein profunder Kenner der mittel- und osteuropäischen Länder, betonte in seinem Einleitungsstatement die Sinnhaftigkeit einer EU-Erweiterung für die österreichische Wirtschaft. Die Ostöffnung habe schon bisher überwiegend positive Effekte auf die österreichische Wirtschaft gehabt, eine EU-Erweiterung werde diese Effekte verstärken. Darüber hinaus, so Androsch, sei die EU-Erweiterung und die damit verbundene Zuwanderung auch für die Sicherung der Pensionen absolut notwendig.

Dr. Chaloupek von der Arbeiterkammer Wien befürchtete, daß es durch eine unkontrollierte Zuwanderung im Zuge der EU-Erweiterung zu einem Verdrängungswettbewerb kommen und Lohndumping die unausweichliche Folge sein werde. Er plädierte daher für restriktive Übergangsfristen zum Schutz der österreichischen Arbeitnehmer.

Der Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes Österreich Dr. Haiden verwies in seinen Ausführungen darauf, daß die Beitrittswerber immer schon zu den europäischen Kernländern zählen, und legte ausführlich die positiven gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen einer EU-Erweiterung für Österreich dar. Zudem betonte er die Notwendigkeit, die österreichische Bevölkerung umfassend über die Auswirkungen der EU-Erweiterung zu informieren. Komm.-Rat Kietreiber, FWV Wien-Sektionsobmann für den Handel, gab seinen Befürchtungen Ausdruck, daß vor allem grenznahe Handelsbetriebe unter der EU-Erweiterung leiden würden. Schon jetzt seien viele EU-Bestimmungen in Österreich viel schärfer, was Österreich eindeutige Wettbewerbsnachteile bringe. Komm.-Rat Graft, FWV-Sektionsobmann fürs Gewerbe, äußerte sich durchwegs optimistisch zur EU-Erweiterung. Einerseits würden sich durch die Erweiterung Kooperationsmöglichkeiten ergeben. Im Transfer von österreichischem Know-how und dem Einsatz moderner Betriebsausstattungen sieht er Chancen für die österreichischen Gewerbetreibenden.

Anschließend gab es unter Beteiligung eines interessierten Publikums eine lebhafte Diskussion, in der auch Themen wie "Lehrlinge" und "Schwarzarbeit" aufgeworfen wurden.

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