LR Votruba: Integration behinderter Kinder in Kindergärten - 10 Jahre Integration in Amstetten

In einem kindgerechten Kindergarten kann ein behindertes Kind nicht störend sein

St. Pölten, (SPI) - "Noch immer erregt es die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, wenn eine Zeitung berichtet, daß wieder einmal ein Kindergarten behinderte Kinder aufnimmt, daß wieder einmal in einer Schulklasse behinderte Kinder gemeinsam mit anderen unterrichtet werden sollen. Warum eigentlich, warum ist solches überhaupt noch Gegenstand einer besonderen Berichterstattung? Es liegt leider in der Natur des Menschen, Behinderungen als etwas "nicht normales" zu sehen. Warum sollte es aber nicht normal sein, behinderte Kinder -nein, vielmehr Kinder mit kleinen Fehlern und Schwächen, Kinder mit besonderen Bedürfnissen - mit anderen Kindern spielen und aufwachsen zu lassen? Nur aus humanitären Gründen. Nein! Es sollte nichts besonderes sein, denn "anders" zu sein heißt keinesfalls, nicht auch wie alle anderen Menschen das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zuneigung, Liebe, Freude und auch manchmal Traurigkeit zu haben. Integration kann nur gelingen, wenn jedes Kind in seiner Persönlichkeit, in seiner Eigenheit respektiert wird", stellt Landesrätin Traude Votruba heute anläßlich des Festes "10 Jahre Integration in Amstetten" fest.****

Seit dem Jahr 1989 wird die Einzelintegration von 2000 Kindern in Niederösterreich in unseren örtlichen Kindergärten unterstützt und begleitet. In den letzten 3 Jahren gab es jährlich ca. 450 Integrationssituationen. "Dieses hervorragende und auch für ganz Österreich beispielgebende Projekt war auch Vorbild für das Vorhaben der Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in den Volksschulen, auch kann nun betreffend des Projektes der verstärkten Integration in Hauptschulen auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgegriffen werden", so Landesrätin Votruba weiter. Begleitend zur Integration in Kindergärten wurde eine Heilpädagogische Assistenz aufgebaut, um die Einzelintegrationen in den Regionen zu unterstützen. 1989 wirkten 42 Sonderkindergärtnerinnen im ambulanten Dienst mit. Derzeit sind 116 Heilpädagogische Kindergärtnerinnen um fachliche Unterstützung in ihren regionalen Sprengeln bemüht. Keine integrative Maßnahme in NÖ wird ohne die Mitwirkung des Pädagogischen Teams vereinbart.

Im Laufe der Jahre wurde das personelle Netz der Mitarbeiter im Kindergarten deutlicher ausgebaut. In jeder Kindergartengruppe arbeitet kontinuierlich eine Kindergärtnerin und eine Kindergartenhelferin zusammen. In den derzeitigen Integrationssituationen arbeiten 388 Pädagogische Stützkräfte mit. Das Team wird durch die zuständigen ambulanten Heilpädagogischen Kindergärten fachlich ergänzt. Derzeit gibt es in Niederösterreich 24 heilpädagogische-integrative Gruppen, auch diese Kleingruppen haben als Einzugsgebiet ausschließlich die Wohngemeinde und werden dann errichtet, wenn drei Kinder integrative Betreuung und Förderung benötigen. Die Gruppenhöchstzahl beträgt 15, max. 5 Kinder davon gelten als Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Damit wurden im letzten Jahrzehnt einerseits die sechs Standorte mit ausschließlich aus behinderten Kindern zusammengesetzten Gruppen in ihrer Konzeption Schritt für Schritt in Richtung Integration verändert und bedarfsbezogen ein Netz von 24 Orten mit heilpädagogischen integrativen Konzepten errichtet.

Durch den großen Bedarf gibt es derzeit in Amstetten 2 heilpädagogisch-integrative Gruppen und 10 integrativ geführte Kindergartengruppen mit 6 Stützkräften. "Vorbedingung für das Entstehen und Gelingen der Integration war die gute Zusammenarbeit der Gemeinde mit den Kindergärtnerinnen, die Gemeinde war stets bemüht, gute Rahmenbedingungen zu schaffen", bedankt sich Landesrätin Votruba für das von allen Seiten gezeigte Engagement. Im Kindergartenjahr 1991/92 hat Amstetten als erste Stadt in Niederösterreich eine bestehende heilpädagogische Gruppe in eine heilpädagogisch-integrative Gruppe umgewandelt.
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