JOBCHANCE

Neue Chancen für SozialhilfeempfängerInnen

Wien (OTS) - JOBCHANCE ist eine gemeinsame Initiative des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) und der Stadt Wien, Magistratsabteilung 12 - Sozialamt.

JOBCHANCE ist ein Projekt zur Reintegration von SozialhilfeempfängerInnen in den regulären Arbeitsmarkt, das an die Methode der niederländischen Arbeitsvermittlungsagentur MAATWERK angelehnt wurde. MAATWERK hat jahrelange Erfolge bei der Reintegration von Sozialhilfeempfängern (z. B. in Hamburg und München).

Im Oktober 1998 wurde das Projekt gestartet. Bis Mai 2000 sollen 240 Personen durch JOBCHANCE am ersten Arbeitsmarkt eine neue Chance erhalten. Der WAFF hat deshalb 1998 vom Sozialministerium die Berechtigung zur Ausübung der Arbeitsvermittlung auf gemeinnütziger Basis durch die WAFF-Tochter start Arbeitsintegrations GmbH erhalten.

"Arbeiten können und wollen" Durch die hohe Arbeitslosigkeit sind Arbeitsstellen schwer zu finden. Jemand, der keine ausreichenden Erfahrungen bieten kann oder vielleicht schon längere Zeit arbeitslos ist, ruft Zweifel an Zuverlässigkeit beim Arbeitgeber hervor. Die meisten SozialhilfeempfängerInnen können und wollen zwar arbeiten, wollen jedoch nicht immer wieder mit Enttäuschungen und Ablehnung konfrontiert werden.

Hier helfen die VermittlerInnen von JOBCHANCE. Es wird versucht, für möglichst viele SozialhilfeempfängerInnen eine Stelle zu finden -ohne Umwege und auf konkrete und praktische Weise.

Zum Beispiel: Der Mittvierziger Wilhelm F. ist ohne Hauptschulabschluß und war bis 1977 als landwirtschaftlicher Facharbeiter bei einem Landwirt beschäftigt. Aufgrund seines Wunsches nach örtlicher Veränderung beendete er seine damalige Tätigkeit und siedelte nach Wien. Herr F. war kurzzeitig als Hilfsarbeiter am Bau beschäftigt. Durch Alkoholismus verlor er seine Arbeit. Gesundheitliche Probleme zwangen ihn zu einem Alkoholentzug. Herr F. blieb danach "trocken". Seit dieser Zeit versuchte er sich zusätzlich mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Trotz seiner finanziellen Situation schaffte er den Weg aus der Obdachlosigkeit. Vorerst durch eine Wohngemeinschaft und später konnte er in eine private bescheidene Wohnung übersiedeln. Die Zuweisung von der MA 12 an JOBCHANCE erwies sich für Herrn F. als positiv. Nach den ersten Gesprächen mit Herrn F. wurde mit verschiedenen Unternehmen Kontakt aufgenommen und die Arbeitsvermittlung durch JOBCHANCE begann. Herr F. hat Glück: er arbeitet nun als Lagerarbeiter in einem medizinisch-chemischen Betrieb.

Wird ein Arbeitsvertrag geschlossen, stehen die VermittlerInnen von JOBCHANCE dem Arbeitssuchenden und dem Arbeitgeber mit Rat und Tat zur Seite. Darüber hinaus wird den Arbeitssuchenden praktische Unterstützung durch individuelles Bewerbungstraining und professionelle Begleitung im Bewerbungsprozeß geboten.

Für Vizebürgermeisterin Grete Laska ist es besonders wichtig, daß SozialhilfeempfängerInnen die Möglichkeit bekommen, wieder in den Arbeitsprozeß reintegriert zu werden. "Arbeiten statt Sozialhilfe ist nicht nur eine Erleichterung der finanziellen Situation für die Betroffenen sondern es stärkt auch deren Persönlichkeit. Dieses Anliegen wird daher von der Gemeinde Wien - MA 12 - vorrangig unterstützt", so die Vizebürgermeisterin.

Seit Mitte September 1998 läuft das Projekt JOBCHANCE. In der Phase 1 wurden bis Anfang Februar 1999 mit 628 SozialhilfeempfängerInnen Erstgespräche geführt. Weitere 700 Folgegespräche haben danach stattgefunden. Die Arbeitsvermittlung in Phase 2 läuft seit Mitte Jänner 1999: Das Ergebnis aus diesen Gesprächen sind 22 vermittelte Personen, die bereits einer Arbeit nachgehen können. In beinahe 40 Unternehmen wurde JOBCHANCE bisher präsentiert.

"Die Entwicklung und Umsetzung innovativer arbeitsmarktpolitischer Projekte sind für den WAFF vorrangige Ziele. JOBCHANCE ist eine in Österreich bisher einzigartige Initiative zugunsten von SozialhilfeempfängerInnen. Wir wollen eine echte Integration in den Arbeitsmarkt erreichen. Aus diesem Grund ist für uns eine Vermittlung erst dann ein Erfolg, wenn das Dienstverhältnis mindestens sechs Monate dauert”, schließt Fritz Meißl, Geschäftsführer des WAFF.

JOBCHANCE ist:

- telefonisch von Montag bis Donnerstag

in der Zeit von 08.00 bis 17.00 Uhr und Freitag von 8.00 bis
12.30 Uhr
unter der Telefonnummer: 218 57 00, bzw.

- per Fax (Faxnummer: 218 57 00 - 22) erreichbar.

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