Erste komplette Flechten-Erforschung Niederösterreichs liegt vor

Umweltbedingungen im Süden des Landes am besten

St.Pölten (NLK) - Wo Schadstoffe die Umwelt belasten, dort ist
auch die Pflanzenwelt beeinträchtigt. Als einer der wichtigsten Umweltindikatoren gelten die Flechten, von denen es in Niederösterreich 1.151 Arten gibt. Als Band 11 der Wissenschaftlichen Mitteilungen aus dem NÖ Landesmuseum erschien nun eine umfassende Erhebung über die Flechten im Bundesland Niederösterreich, verfaßt von Univ.Prof. Dr. Roman Türk aus Salzburg und unterstützt von zwei weiteren Naturwissenschaftern. Mit dieser Arbeit liegt nunmehr eine komplette Auflistung aller niederösterreichischen Flechtenarten von "Absconditella Vezda" bis "Xylographa vitiligo" vor, mit den Namen jener Wissenschafter versehen, die sie entdeckten. Enthalten ist auch eine "Rote Liste" der in Niederösterreich gefährdeten Flechtenarten. Die Feinde der Flechten sind nämlich nicht nur Luftverunreinigungen, sondern auch der übermäßige Einsatz von Düngemitteln, die Ammoniakemission bei der Intensivhaltung von Tieren, die Flurbereinigungen, Intensiv- und Monokulturen, Kahlschläge und der Schipistenbau, um nur einige Gefahren zu nennen.

Flechten sind aus wissenschaftlicher Sicht Organismen, die dadurch entstehen, daß sich Pilze und Algen zu einer Symbiose zusammengefunden haben. Sie wachsen nicht nur auf Baumrinden und auf Steinen, sondern auch auf vielen anderen natürlichen und sogar künstlichen Materialien.

Die unversehrteste Umwelt gibt es im südlichen Niederösterreich:
Im Rotwald beispielsweise, der für den Tourismus gesperrt ist, kommen 281 Flechtenarten vor. Das geringste Vorkommen wurde in und um die Stadt St.Pölten festgestellt, wie auch in an deren städtischen Bereichen. Flechten fühlen sich dort am wohlsten, wo kaum in die Natur eingegriffen wurde und wo ein ständiger Wechsel zwischen feucht und trocken besteht. Eine Rasterkartierung ermöglichte einen nahezu lückenlosen Überblick über die Verbreitung der Flechten in den einzelnen Regionen. Dazu waren zahlreiche Sammelexkursionen des Teams von Prof. Türk notwendig, die er seit 1990 unternahm. Die erste wissenschaftliche Erforschung von Flechten in Niederösterreich gab es Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Flechtenerhebung umfaßt 315 Seiten und ist in der naturwissenschaftlichten Abteilung des NÖ Landesmuseums, Telefon 02742/200-3299, erhältlich.

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