Drohendes Defizit der Krankenkassen durch mehr Rezeptfreiheit verhindern

Dirnberger fordert Sallmutter und Hostasch zu raschen Entscheidungen auf

Wien (OTS) - AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) appelliert heute in einer ersten Reaktion an den Präsidenten des Hauptverbandes der Sozialversicherungen, Hans Sallmutter, zu dessen Bericht über die drohende Gefahr, daß die Krankenkassen 1999 erneut ins Defizit rutschen werden: "Die Krankenkassen wenden im Jahr zuletzt mehr als 17 Milliarden Schilling (minus Selbstbehalt durch die Rezeptgebühr) für Medikamente auf. Statt jammern soll Sallmutter die Gesundheitsministerin endlich drängen, sich durchzusetzen, durch die Erweiterung der Rezeptfreiheit ein großes Einsparungspotential zu nutzen". Die beim Gesundheitsministerium angesiedelte Rezeptpflichtkommission sei von Hostasch endlich in die Pflicht zu nehmen, ihre Sonderinteressen hintanzustellen und sich auf europäisches Niveau hin zu bewegen. Der Vorstoß Dirnbergers wurde zuletzt vom Finanzwissenschafter Univ.Prof. Dr. Engelbert Theurl untermauert.

Entmündigung der Patienten kostet Krankenkassen Geld

Dirnberger kritisiert die in Österreich gegebene Entmündigung der Patienten. In Österreich ist der Anteil rezeptfrei erhältlicher Medikamente sehr klein, er liegt um 10 % der zugelassenen Medikamente. In anderen Ländern mit vergleichbar hohen gesundheitlichen Standards, wie etwa in Deutschland oder der Schweiz liegt dieser Anteil bei 40 %. Die österreichischen Patienten sind genauso mündig im Umgang mit Medikamenten wie die Patienten in anderen europäischen Ländern.

Durch mehr Rezeptfreiheit eröffnet sich für die Wahlfreiheit, durch Inanspruchnahme der Beratung in der Apotheke Medikamente direkt einzukaufen oder weiterhin den Arzt mit Ausstellung des Rezeptes in Anspruch zu nehmen.

Als positive Effekte erwartet AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger insbesonders

* Einsparungen von bis zu 3,5 Mrd. Schilling bundesweit für die Krankenkassen

* Mehr Komfort für die Patienten, die sich in vielen Bagatellfällen den Weg zum Arzt ersparen

* Statt überfüllter Wartezimmer bleibt den Ärzten mehr Zeit für die Behandlung von Patienten mit tatsächlich ernsten Erkrankungen

"Ich erwarte daher von der Gesundheitsministerin, daß sie nicht länger bloß verbindlich lächelnd, sondern klar handelnd ihrer Aufgabe nachkommt, Einsparungsmöglichkeiten im Gesundheitssystem zu nutzen", fordert Dirnberger Hostasch zu mehr Durchsetzungskraft auf.

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