"Besser Gründen" auch in Salzburg

Neue Servicequalität für Betriebsgründer und die Betriebsnachfolge in der WK

SALZBURG (HKS). Mit 1. Jänner 1999 wurde das "Gründerservice" der Wirtschaftskammern Österreichs ins Leben gerufen. Damit verbunden ist zum einen die Einrichtung von Gründer-Services in jedem Bundesland bzw. die Neupositionierung der bereits vorhandenen Gründerberatung in den jeweiligen Landeskammern. Auch in Salzburg heißt das bisher so erfolgreich auftretende "Betriebsgründungsservice" ab nun "Gründer-Service der Wirtschaftskammer Salzburg".
"Wir gehen damit einen Schritt weiter in unserem Bestreben, die Wirtschaftskammer Salzburg zu einem Kompetenzzentrum für die Betriebsnachfolge und Betriebsgründung auszubauen", stellte dazu der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Salzburg, Dipl.-Ing. Augustin Heuberger, am Montag (8.2.1999) in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Ingrid Tichy-Schreder fest.
Die Wirtschaftskammer Salzburg vertritt dabei allerdings den Grundsatz, daß eine Gründerwelle auf keinen Fall zu einer "Hurra-Offensive" ausarten darf. Die potentiellen Gründer müssen durch gezielte, kompetente und koordinierte Beratung behutsam an die Selbständigkeit herangeführt werden, betonte Vizepräsident Heuberger. Vor allem sollte die in Österreich überdurchschnittlich hohe "Überlebensquote" - rund drei Viertel aller Gründungen existieren auch noch nach den schwierigen ersten fünf Jahren - auf diesem Niveau gehalten werden.
WK Salzburg will Gewerbeanmeldung durchführen

Allein im vergangenen Jahr gab es im Bundesland Salzburg 1550 "echte" Neugründungen. Einen wesentlichen Anteil, daß es zu diesen Gründungen kam, hat das "Gründer-Service" der Wirtschaftskammer Salzburg.
"Wir wollen allerdings zu einem wirklichen 'One-Stop-Shop' werden:
die Wirtschaftskammer Salzburg strebt an, im sog. übertragenen Wirkungsbereich die Gewerbeanmeldung durchführen zu dürfen. Damit ist tatsächlich gewährleistet, daß ein Betriebsgründer alle notwendigen Unterlagen und Genehmigungen von einer einzigen Stelle ('One-Stop-Shop-Prinzip') bekommt."
Die Wirtschaftskammer Salzburg werde sich deshalb für eine Änderung der Gewerbeordnung einsetzen, um dieses Service gegenüber den neuen Mitgliedern zu ermöglichen, betonte Vizepräsident Heuberger. Zumindest sollte die gesetzliche Möglichkeit bestehen, daß dies subsidiär auch einzelne Landeskammern anbieten können, wenn dazu der Wille und die Möglichkeiten bestehen. Auch würde sich die öffentliche Hand durch die Übertragung der Gewerbeanmeldung von den Gewerbeämtern auf die Wirtschaftskammer Personalkosten sparen. Allein in Salzburg könnten damit rund 14 Dienstposten eingespart werden, lauten Berechnungen der WK
Salzburg.

Beitrag zu einer echten Gründeroffensive

"Mit der Einrichtung des neuen Gründer-Service liefert die Wirtschaftskammer einen wichtigen Beitrag zu einer echten und sinnvoll durchgeführten Gründeroffensive", stellte Heuberger fest. - Ein bundesweiter Leistungsstandard und ein einheitliches äußeres Erscheinungsbild sind die Basis für die Weiterentwicklung der Gründungsberatung.
- Das Gründer-Service soll künftig als Markenzeichen für das konzentrierte Know-how der Wirtschaftskammer all jenen zur Verfügung stehen, die sich für die Selbständigkeit interessieren. - Über die konkrete Informations- und Beratungstätigkeit hinaus wird es auch ein "virtuelles" Gründer-Service im Internet geben. Dort gibt es die Möglichkeit, die neue Nachfolgebörse, die neue Partnerbörse und die erfolgreiche "Rent a Rentner"-Börse zu nützen. Jeder Besucher des Gründer-Service im Internet hat die Möglichkeit, einen Unternehmertest zu absolvieren, sich über Bildungs- und Weiterbildungswege zu informieren und die Gewerbeordnung kennenzulernen. Auch die neuen Selbständigen werden mit Angeboten angesprochen (www.startupboerse.at; www.nachfolgeboerse.at; www.partnerboerse.at).
- Neben den Service-Angeboten versteht sich das Gründer-Service aber auch als "Motor" für eine Gründungsoffensive. Es soll Stimmung für die Selbständigkeit gemacht werden, wie etwa jüngst beim erfolgreichen Betriebsgründertag der WK Salzburg.
- Das Gründer-Service wird darüber hinaus regelmäßig "Gründerwochen" in ganz Österreich veranstalten. Die erste Gründerwoche findet Anfang Mai statt. Neben interessierten potentiellen Gründern werden bereits Schüler und Studenten durch Kooperation mit dem Unterrichtsministerium und der Österr. Hochschülerschaft dazu motiviert, sich mit der "Berufsalternative Unternehmer" auseinanderzusetzen.

Schwerpunkt Betriebsnachfolge

Ebenso wichtig wie die Gründung von Betrieben ist die
Erleichterung der Betriebsübergabe bzw. Betriebsnachfolge.
In den nächsten Jahren stehen in Österreich rund 30.000 Betriebe ohne Nachfolger da. Eine Nachfolgebörse im Internet (www.nachfolgeboerse.at) soll für die richtigen Kontakte zwischen potentiellen Übernehmern und Betrieben mit Nachfolgeproblemen sorgen. Das Gründer-Service Salzburg wird heuer außerdem einen Beratungsschwerpunkt für die Betriebsnachfolge einrichten. Außerdem werden die regelmäßig angebotenen und sehr gut angenommenen Nachfolge-Sprechtage ausgeweitet. "Unverzichtbar sind aber flankierende steuerliche Maßnahmen, um das für die österreichische Wirtschaft so gefährliche Problem der fehlenden Nachfolger zu entschärfen. Die Wirtschaft fordert daher eine Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer für Übernehmer von Klein- und Mittelbetrieben", betonte Vizepräsident Heuberger.

Gründer-Service Salzburg - Boom bei Beratungen

Das Betriebsgründungsservice der WK Salzburg und jetzige Gründer-Service kann schon jetzt auf eine erfolgreiche Bilanz des vergangenen Jahres blicken. Eine aktuelle Kundenbefragung förderte außerdem einen überaus hohen Zufriedenheitsgrad mit dem Angebot des Gründer-Service der WK Salzburg zutage.
Das BGS Salzburg konnte 1998 geradezu einen Boom bei Beratungen verzeichnen. Mit 1096 Beratungen wurde eine Steigerung von 30% gegenüber dem Vorjahr erreicht (1997: 846). Von den 1096
Beratungen entfielen 544 auf den Bereich Gewerbe, 324 auf den Handel, 187 auf den Tourismus, 25 auf den Verkehr, 15 auf die Industrie und eine Beratung auf den Bereich Geld-, Kredit- und Versicherungswesen.
Der Schwerpunkt der Erstgespräche lag 1998 im betriebswirtschaftlichen Bereich. Weitere Hilfestellungen konnte
das BGS unter anderem im Gewerberecht, bei der Wahl der Rechtsform und des Betriebsstandortes sowie im Steuerbereich leisten. Bei den Betriebsübernahme-Sprechtagen wurden umfangreiche Rechts- und Steuerberatungen für Betriebsnachfolger angeboten. Weitere Arbeitsschwerpunkte waren die Gründungsberatungen in Kooperation mit dem AMS und die umfangreiche Informationstätigkeit in berufsbildenden höheren Schulen.

Hohe "Gründerquote" und hoher Zufriedenheitsgrad

Das Gründer-Service der WK Salzburg befragte kürzlich jene "Kunden", die 1997 beraten wurden. Das erfreuliche Ergebnis weist eine hohe Erfolgsrate aus: immerhin fast 60% der Beratungen mündeten in konkrete Unternehmensgründungen. Für die Gesamtwirtschaft von Bedeutung sind die mit Unternehmensgründungen verbundenen Arbeitsplätze. Laut Befragung kann ein Beschäftigungseffekt von 1,7 Arbeitsplätzen pro Unternehmensgründung als sehr positiv gewertet werden. Rechnet man die Gründer selbst hinzu, erhöht sich der Beschäftigungseffekt auf 2,7. Die meisten Unternehmen wurden als Einzelunternehmen (77,4%) gegründet. Jeweils rund acht Prozent entfallen auf OEG und KEG, etwas über 3% auf GmbH.
Wenn man ein Unternehmen gründet, wendet man sich selbstverständlich an viele "Gründerhelfer". Dabei sticht das Gründer-Service der WK Salzburg mit einer Nennung von 93,5% besonders hervor, ebenso werden aber auch Steuerberater (rd. 58%) und Banken (54,8%) genannt. Die befragten Gründer bzw. Kunden bewerteten weiters in einer Skala von 1 bis 4 den
Zufriedenheitsgrad mit der Beratung. Das Gründer-Service liegt dabei mit einer Bewertung von 1,67 an vorderster Stelle, gefolgt
von den Banken (1,86) und den Steuerberatern (1,96). Unternehmergeist hat in Salzburg vor allem die Jugend, so eine Studie des Instituts für Betriebswirtschaftslehre der Klein- und Mittelbetriebe der Wirtschaftsuniversität Wien. 29,3% der Gründer sind jünger als 30 Jahre, 43,9% weisen ein Alter zwischen 30 und
40 Jahren auf. Auch das duale Ausbildungssystem ermutigt
anscheinend besonders in Salzburg zur Selbständigkeit: 43,9% haben einen Lehrabschluß (Österreich: 29,7%). 34% der Gründer in Salzburg sind weiblich, in ganz Österreich 30,6%. Die positive Einstellung zum Unternehmertum bestätigt die Tatsache, daß 24,4% als Gründungsmotiv eine günstige Gelegenheit bzw. 14,6% Leistungswille und Selbstverwirklichung angaben.
Diejenigen, die nach der Beratung des Gründer-Service kein Unternehmen ins Leben gerufen haben, gaben zu 28,5% an, kein oder
zu wenig Eigenkapital zu besitzen. Für immerhin 19% war auch eine attraktive unselbständige Beschäftigung der Grund, auf die Unternehmensgründung zu verzichten.

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