Gerhard Roth zum 10. Todestag von Thomas Bernhard: "Kein großer Dramatiker".

Wien (OTS) - Zum 10. Todestag von Thomas Bernhard am 12. 2. zieht der Schriftsteller Gerhard Roth ("Der Plan") im neuen FORMAT eine ungewöhnlich kritische Bilanz des Bernhardschen Werks: "Thomas Bernhard spielte sich in seinem Roman ,Holzfällen' zum arroganten, stalinistischen Richter auf", schreibt Roth. Und "Bernhard war kein große Dramatiker, sondern ein Dichter-Kabarettist. Claus Peymann verlieh Bernhards Stücken erst Bühnenwirksamkeit. Oft ist das Rascheln von Papier nicht zu überhören." Darüber hinaus sei Bernhards seinerzeitige Kritik an Bruno Kreisky "lächerlich falsch" gewesen, seine Ablehnung der Politik sei einer "Position der Stammtisch-Häme" entsprungen. Abschließend zitiert Roth den französischen Philosophen Jean Baudrillard, der Bernhard als "Hochstapler" bezeichnet hat.

In der aktuellen FORMAT-Debatte diskutieren Thomas-Bermhard-Kenner weiter über die Qualität des vor zehn Jahren verstorbenen Autors. Günther Nenning schreibt: "Ich finde Thomas Bernhard gut, weil er ein Reaktionär ist. Bernhard ist ein Heimatdichter, ein Heimathasser aus zu großer Heimatliebe, und ein Reaktionär, weil er für die Vergangenheit ist und für die Aristos." Und Hans Haider meint in FORMAT: "Bernhyard, dieses lebenslang kriegsverwundete Kind, bot auch die schlampige österreichische Lösung an: Stammtischgemaule Marke ,Alles Gauner, lauter Nazis' und Pflichtgedenken (,Heldenplatz')."

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