Wiener Liberale: Realisierung der Klimt-Gedenkstätte in weiter Ferne

Bund hat kein Interesse und will Klimt-Villa verkaufen

Wien (OTS) Am 6. Feber jährt sich der Todestag von Gustav Klimt zum 81. Mal. Klimt war nicht nur der Hauptvertreter des österreichischen Jugendstils, sondern ist auch einer der bekanntesten österreichischen Maler überhaupt. Trotzdem hat nunmehr Wirtschaftsminister Farnleitner der Erhaltung der Klimt-Villa in Wien-Hietzing, in der das letzte von Klimt genutzte Atelier untergebracht war, eine klare Absage erteilt.

Als enttäuschend bezeichnete heute Michaela Hack, Planungssprecherin des Wiener Liberalen Forums, diese Absage. In einer parlamentarischen Anfrage hatte die Kulturausschußvorsitzende Heide Schmidt Minister Farnleitner aufgefordert, zur weiteren Vorgehensweise betreffend Klimtvilla Stellung zu nehmen. Minister Farnleitner erklärte in seiner Antwort, daß der Bund kein Interesse habe, das Gebäude zu erhalten und ein Verkauf beabsichtigt sei. Es bestünde kein Bedarf zur Gründung einer Klimt-Gedächnisstätte oder eines Klimt-Museums.

"Die Stadt Wien hatte jüngst einen Ankauf der Klimt-Villa abgelehnt. Daß von seiten des Bundes die Erhaltung der Villa abgelehnt wird, zeigt, daß ausschließlich die kommerzielle Verwertung der Liegenschaft angestrebt wird", sagte Hack. Diese Haltung sei bedenklich, besonders da nach der Enteignung der ehemaligen Eigentümerin der Villa, Ernestine Klein, im Rahmen der Arisierung die Stadt Wien das Grundstück durch die Widmung "Öffentliche Zwecke" entwertete. Frau Klein mußte 1954 das Grundstück samt Gebäude um 498.552,- öS an den Bund verkaufen.

Im Wiener Gemeinderat war zwar einstimmig beschlossen worden, die Klimtvilla zu erhalten, entsprechende Bemühungen der Bezirksvertretung und des Klimt-Vereins blieben jedoch ergebnislos. "Bisher wurden alle Versuche des Vereins, die Klimt-Villa anzumieten und eine Gedenkstätte zu errichten, vom Bund abgelehnt", sagte Hack.

Es sei nun endlich an der Zeit, einen Schlußstrich unter dieses traurige Kapitel zu ziehen, forderte die liberale Planungssprecherin. Sie unterstrich in diesem Zusammenhang, wie wichtig es wäre eine Klimt-Gedenkstätte zu errichten statt aus rein kommerziellen Interessen ein Kulturdenkmal zu verkaufen. "Klimt hätte sich eine Gedenkstätte in seiner Geburtsstadt Wien wahrlich verdient", sagte Hack abschließend.

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