Resulution

Wien (OTS) - Folgende Resolutionen wurden auf der Hauptausschußsitzung der ÖH Uni Wien am 28.2.1999 mit großer Mehrheit beschlossen.

FRISTENLÖSUNG

Durch die Diskussion um die Einführung von Mifegyne hat leider erneut eine Debatte um die derzeitige Fristenlösung begonnen.

Die HochschülerInnenschaft an der Universität Wien verurteilt die Haltung verschiedenster Organisationen, die Frauen moralisch unter Druck setzen.

Die HochschülerInnenschaft an der Universität Wien vertritt folgende Positionen:

· Die Beibehaltung der derzeitigen Fristenlösung. Jede Frau muß frei entscheiden dürfen, was mit ihrem Körper passiert- auch im Fall einer ungewollten Schwangerschaft.

· Die HochschülerInnenschaft spricht sich für die Einführung von Mifegyne aus.

· Die HochschülerInnenschaft fordert eine unabhängige Beratung, bei der Frauen von Personen informiert werden, die keinerlei Nutzen aus der Entscheidung der Frau zeihen könnten.

· Die HochschülerInnenschaft fordert ein Netz von selbständigen, ambulanten Familienplanungszentren. Diese sollen informieren, um in erster Linie ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, aber auch um Frauen objektiv und ohne Eigennutzen zu beraten (das heißt der Zugang zu Informationen soll psychologisch, moralisch und örtlich erleichtert werden.

· Die HochschülerInnenschaft verurteilt die Versuche der katholischen Kirche, den Schwangerschaftsabbruch zu kriminalisieren und fordert eine strikte Trennung von Kirche und Staat !!!

· Die HochschülerInnenschaft fordert Abtreibung auf Krankenschein.

DROGENTESTS

· Die HochschülerInnenschaft an der Universität Wien fordert das Bundesministerium für Unterricht auf, die Ergebnisse der an der Wiener PädAK ohne Wissen der Studierenden durchgeführten Drogentests zu vernichten.

DOPPELTE STAATSBÜRGERINNENSCHAFT

Wir leben in einer Zeit, in der die Mobilität der StudentInnen aus verschiedenen Gründen- politischer und solzialer Notsituation auf der einen Seite, Internationalisierung des Arbeitsmarktes sowie individuelle Lebensgestaltung auf der anderen Seite- ständig zunimmt. Ständige Wohnsitzwechsel fernab nationaler Grenzen sind die Konsequenz.

Bürgerinnenrechte, wie etwa das Wahlrecht, der Eintritt in den öffentlichen Dienst oder manche Sozialleistungen sind jedoch weiter an die StaatsbürgerInnenschaft gebunden.

Die HochschülerInnschaft an der Universität Wien fordert daher:

· Die Bindung von BürgerInnenrechten an den Wohnsitz anstatt an die StaatsbürgerInnenschaft.

· Eine moderne, an internationale Gegebenheiten angepasste Reform des österreichischen StaatsbürgerInnenrechts in Form eines Abgehens vom strikten "ius sanguinis" (Abstammungsprinzip) hin zum "ius terretorialis".

· Es ist der Wohnort als Bindung zu Rechten sowie Pflichten von BürgerInnen als einziger Maßstab heranzuziehen.

Die HochschülerInnenschaft an der Universität Wien spricht sich für die Einführung einer ErdenbürgerInnenschaft aus.

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