SJ-Chef Pichler: "Der Drogenbericht 1998 zeigt die Notwendigkeit der Legalisierung von Cannabis!"

Wien (OTS) - Der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend
Österreich, Robert Pichler, nahm heute Mittwoch zu den drogenpolitischen Vorstellungen der Bundesregierung Stellung.

"Der Drogenbericht 1998 des Österreichischen Bundesinstitutes für Gesundheitswesen (ÖBIG) und der Jahresbericht der Europol-Drogeneinheit (EDE) zeigen, dass die Legalisierung von Cannabis mehr als überfällig ist. Die Argumente der Bundesregierung gegen die Freigabe von Cannabis sind unwissenschaftlich", meinte der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Robert Pichler.

"Es ist bezeichnend, dass die Bundesregierung noch immer von der falschen Annahme ausgeht, dass Cannabis eine Einstiegsdroge ist. Das Schweizer Bundesgericht hat sich in einem Bescheid vom 29. August 1991 mit der Einstiegstheorie auseinandergesetzt und festgestellt, dass diese Behauptung eindeutig widerlegt sei. Die Theorie von Haschisch als Einstiegsdroge ist auch insofern kein überzeugendes Argument, da der Weg zum Heroin häufiger über Alkohol-, Tabletten-und Zigarettenkonsum verläuft, ohne dass deshalb ein Verbot von Alkohol, Tabletten und Zigaretten zu fordern wäre", so Pichler weiter.

"Die Bundesregierung, und Ministerin Hostasch, negiert mit ihrer Zielvorstellung einer drogenfreien Gesellschaft nicht nur die Geschichte, sondern auch die Tatsache, dass mit dem Verschwinden von illegalen Drogen das Problem der legalen Drogen nicht gelöst wird. Drogen hat es in unserer Gesellschaft immer gegeben, wir müssen nur lernen, richtig mit ihnen umzugehen. Genau das aber wird durch die Verbotspolitik verhindert", meint der SJ-Chef.

"Den zuständigen PolitikerInnen muß klar werden, dass Sucht nicht nur etwas mit Drogen zu tun hat, sondern auch mit der Gesellschaft, in der wir leben. Die Politik der Bundesregierung ist alles andere als präventiv. Es ist klar erwiesen, dass Arbeitslosigkeit, Mangel an Zukunftsperspektiven, desolate und politische Verhältnisse, Ohnmachtsempfindungen gegenüber politischen Entwicklungen, Konsumorientierung, schlechte Umwelt- und Lebensqualität, Kinder- und Jugendfeindlichkeit, schlechte Schul- und Ausbildungsverhältnisse Faktoren sind, die Sucht mitverschulden", schloß Pichler.

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