Menschen im Kosovo nicht verhungern lassen Caritas sammelt für Flüchtlinge im Kosovo und für über 200 Projekte in Osteu- ropa

Wien, 2.2.99 (car-pd)
In einem dramatischen Hilfsappell wendet sich Barbara Coudenhove-Kalergi an die Öffentlichkeit: äIm Kosovo ringt die internationale Gemeinschaft derzeit um eine politische Lösung. Ob sie gelingt oder nicht, in jedem Fall droht für die völkerung eine humanitäre Katastrophe. Die Menschen haben zunächst ihre Dör-fer verlassen und sind vor dem Krieg in die Berge geflüchtet, bei Wintereinbruc sind sie wieder in die zerstörten Häuser zurückgekehrt. Sie frieren. Für die nö ste Versorgung mit Lebensmitteln sind sie ganz und gar auf fremde Hilfe ange-wiesen.

Viele Kosovo-Albaner haben versucht, ins Ausland zu fliehen. Das ist praktisch unmöglich. Auch Österreich hat bekanntlich seine Grenzen weitgehend dichtge-macht und schickt die Flüchtlinge zurück in die Nachbarländer. Mit der diesjähr gen Caritas-Sammlung haben die Österreicher aber die Gelegenheit, mitzuhelfen, daß die Menschen dort, wo sie sie sind, wenigstens nicht verhungern und erfrie-ren", appelliert Barbara Coudenhove-Kalergi an die Spendenbereitschaft der Österreicher. Ihr war für die Caritas-Projektreise kein Visum erteilt worden.

Die Menschen sind verzweifelt
Caritaspräsident Franz Küberl und der Wiener Caritasdirektor Michael Landau sind sichtlich erschüttert von den Eindrücken ihrer Kosovo-Reise. Franz Küberl:
äDie Menschen sind verzweifelt. Die Folgen dieses heimtückischen Krieges sind ihnen ins Gesicht geschrieben. Harmlose Alltagstätigkeiten sind mit Todesgefahr verbunden. Nie werde ich den Anblick jenes mit Heu beladenen Traktors verges-sen, der verlassen am Wegrand stand. Die Eltern von fünf Kindern waren hier beim Einholen von Heu ermordet worden." Küberl konnte sich aber auch von der Effizienz der Hilfe überzeugen: äIch konnte miterleben, daß die Hilfe an-kommt. Als Brücke der Menschlichkeit sichert sie Tausenden das Überleben. Sie ist auch ein Zeichen, daß wir die leidgeprüften Menschen im Kosovo nicht allein lassen."

Auch Michael Landau ist sichtlich geschockt: äIch habe Frauen gesehen, die mit ihren eigenen Händen ihre Männer begraben haben, denen ihr Haus zerstört wurde und die jetzt vor dem Nichts stehen. Familien, die in einem kleinen Stall untergebracht sind, der kaum beheizt ist. Ihre Kinder schlafen auf dem Boden. Zugleich hat mich sehr beeindruckt, wie die Menschen füreinander da sind und wie mit wenig Mitteln viel erreicht werden kann. Nahezu in jedem Haus sind Flüchtlinge aufgenommen, die Nachbarn kümmern sich um die Kinder, Ärzte und Krankenschwestern stellen ihre Hilfe in Ambulanzen kostenlos zur Verfü-gung." Beeindruckt zeigte sich Michael Landau auch von der Mutter Theresa-Vereinigung. äDie Verteilung der Hilfsgüter ist perfekt organisiert."

Abschließend appellierte der Wiener Caritasdirektor nochmals an die Hilfsbereit schaft der Österreicher: äBitte spenden Sie für die Flüchtlinge im Kosovo, mit nur 500 Schilling kann die Caritas eine Familie einen ganzen Monat ernähren."

Caritas-Hilfe 1998: 1000 Tonnen Hilfsgüter für den Kosovo
Die Caritas hat für Hilfe im Kosovo im letzten Jahr rund 10,5 Millionen Schilli aufgewandt. 55 Lkws mit Hilfslieferungen konnten ins Krisengebiet gebracht werden, die notleidende Bevölkerung wurde vor allem mit Grundnahrungsmit-teln, Kinderbekleidung, Hygieneartikeln und Medikamenten versorgt. Im Zu-sammenarbeit mit ihrer lokalen Partnerin, der Mutter Theresa Vereinigung, be-treut die Caritas ein Entbindungsheim, in dem täglich an die 35 Kinder zur Welt kommen. Die Caritas unterstützt die Mutter Theresa Vereinigung beim Betrieb der 92 medizinischen Ambulanzen und in der Hauskrankenpflege. Darüber hin-aus ist die Caritas in einem Mutter Kind Haus und bei der Betreuung von notlei-denden Kindern und Familien aktiv: äGrund zur Hoffnung geben mir die Kin-der", betont Caritasdirektor Michael Landau. äTrotz der Schrecken des Krieges wollen sie zur Schule gehen. Selbst in Kellern wird in improvisierten Klassen u terrichtet. Die jungen Leute glauben an die Zukunft des Kosovo. Mein Wunsch:
Daß möglichst viele Schulsachen für die Kinder im Kosovo in unseren Pfarren abgegeben werden und daß die Schulbehörden uns bei der Kosovohilfe unter-stützen."

Caritas Wien: Seit 1990 im Kosovo aktiv
Seit 1990 leistet die Caritas Wien Hilfe im Kosovo. Für die reibungslose Abwick lung der Projekte sorgt die Mutter Theresa Vereinigung. 7.000 Ehrenamtliche arbeiten in mehr als 650 Verteilungspunkten. Um die Verteilung zu koordinieren, wird Kartei geführt: Rund 400.000 bedürftige Menschen waren vor Beginn der Unruhen im Frühjahr 1998 erfaßt. Ende Dezember 1998 sind mehr als 800.000 Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. 1998 hat die Cari-tas Wien für Hilfsprojekte im Kosovo 6,9 Millionen Schilling aufgewendet.

Wiederaufbauprogramm 1999
Für 1999 plant die Caritas in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt ein Wiederaufbauprogramm nach dem Muster der Aktion äEin Dach über dem Kopf" in Bosnien. Zunächst sollen 120 Familien mit Hilfe österreichischer Spen-der einen Raum ihres Hauses bewohnbar machen können. äMit 35.000 Schilling pro Familie wird nicht nur ein Neuanfang geschaffen, sondern auch die lokale Wirtschaft angekurbelt", betont Franz Küberl. äDenn die Baumaterialien werden vor Ort eingekauft und damit werden auch Arbeitsplätze geschaffen."

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Rückfragen & Kontakt:

Caritas Osteuropahilfe 1999
Auch heuer bittet die Caritas um Unterstützung für über 200 Hilfsprojekte in
Zentral- und Osteuropa. Den Schwerpunkt bildet neben Nothilfe im Kosovo der
soziale Wiederaufbau. äDie Caritas hilft beispielhaft, gemeinsam mit lokalen Pa
nern ein soziales Netz für die Schwächsten zu knüpfen", erklärt Franz Küberl.
äDer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt bei Straßenkinderprojekten, Ausspeisun-
gen und der Betreuung alter Menschen. Diese Projekte sind ein Beitrag, damit in
Zentral- und Osteuropa die Chancen für soziales Gleichgewicht steigen und Eu-
ropa wirklich zusammenwachsen kann."

Null Prozent Werbungskosten - neuer Sponsor Erste Bank
Die heurige Osteuropa-Kampagne unter dem Motto äLetzter Ausweg: Flucht"
wurde ehrenamtlich von der Werbeagentur CCP gestaltet. Die Caritas freut sich,
bekanntgeben zu können, daß die Kampagne mit null Prozent Werbungskosten
auskommt. Der Grund: Nicht nur, daß der ORF und einige private Sender, die
Spots gratis ausstrahlen, die Plakatunternehmer wieder gratis affichieren und d
Printmedien gratis Caritas-Inserate schalten, die Caritas hat auch einen neuen
Partner für Osteuropa gefunden: die Kampagnen-Kosten werden zur Gänze von
der Erste Bank getragen, dies geschieht im Rahmen eines umfassenden Sponso-
ringkonzepts, das Filialnetz, Kunden und Mitarbeiter miteinbezieht. Als äPartne
für Zentral- und Osteuropa" wird sich die Erste Bank umfassend für die Caritas-
Anliegen einsetzen.

Caritas Osteuropa-Kampagne: äLetzter Ausweg: Flucht"
PSK 7.700.004
Erste Bank 012.34560

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