Gemeinnützige verhandeln laufend mit Banken über Zinssatz-Senkungen

Bessere Kredit-Konditionen in vielen Fällen schon erreicht!

Wien (OTS) - "Die gemeinnützigen Bauvereinigungen verhandeln laufend - wie es auch jeder private Kreditnehmer macht - mit den Banken über eine Senkung der Zinssätze für Wohnbau-Darlehen", erklärte heute Mag. Karl Wurm, Obmann des Dachverbandes der Gemeinnützigen, zur Debatte um die Anpassung des Zinsensniveaus für Alt-Darlehen an den gegenwärtigen Abwärts-Trend. "Für eine Vielzahl von Wohnungen ist es auch bereits zu einer Reduzierung der Zinssätze und damit auch zu einer Senkung der monatlichen Wohnkosten-Belastung gekommen".

Die Möglichkeit zur Senkung der Zinsen bzw. das Ausmaß der Reduktion wären natürlich entsprechend der sehr differenzierten Darlehenskonditionen höchst unterschiedlich, betonte der GBV-Chef. Bei Darlehen mit variablen Zinsregelungen liege man heute im Durchschnitt schon bei durchaus marktkonformen Effektivsätzen von knapp 6 Prozent, womit aber - wie die Zinsenbewegung der letzten Tage zeige - sicherlich noch Spielraum für weitere Anpassungen gegeben sei. Schwieriger gestalte sich aufgrund der Vertragsbedingungen die Situation bei Darlehen mit Fixzins-Vereinbarungen, eine Regelung, die in der Hochzinsphase zu Beginn der Neunziger-Jahre natürlich durchaus attraktiv war. Aber auch hier sei es in vielen Fällen schon zu einer Reduktion der Zinssätze gekommen, betonte Wurm und zeigte sich optimistisch, daß durch weitere Verhandlungen durchgehend Zinssenkungen bei Fixzins-Vereinbarungen zu erreichen wären.

Was das Ausmaß der Wohnkosten-Reduktion durch Zinssenkungen betrifft, so wären die etwa von FPÖ-Chef Haider ins Spiel gebrachten 1000 Schilling pro Prozentpunkt Verzinsung vollkommen realitätsfremd, stellte der GBV-Obmann fest: "Haider geht nämlich von einer zur Gänze über den Kapitalmarkt finanzierten Wohnung mit den derzeitigen Baukosten aus. Dabei übersieht er, daß geförderte Wohnungen zu rd. 50 Prozent mit zinsgünstigen öffentlichen Darlehen der Wohnbauförderung finanziert werden und die Kapitalmarktzinsen bei weitem nicht die gesamte Baukostenfinanzierung belasten." Nachdem bei älteren Wohnungen bereits ein Teil der gewährten Darlehen getilgt wären, erstrecke sich die Zinsenbelastung nur mehr auf einen "Darlehensrest". Für ältere Bauten bezifferte Wurm die monatliche Zinsenersparnis bei Reduktion um 3 bis 4 Prozentpunkte mit rd. 150 Schilling pro Monat, bei "jüngeren" Wohnungsjahrgängen mit maximal 700 Schilling.

Eine Zinssenkung muß sich überdies nicht immer direkt in einer Wohnkosten-Senkung bemerkbar machen, da einige Förderungsmodelle eine fixe Miethöhe vorsehen und allfällige Reduktionen in den Kreditraten durch Verringerung von Zuschüssen "aufgesaugt" werden. "Daß auch weitergegebene Zinssatz-Senkungen für den Mieter mitunter nicht in der Monatsrechnung zum Ausdruck kommen liegt auch daran", strich der GBV-Obmann hervor, "daß durch die Erhöhung anderer Kostenkomponenten wie etwa Annuitätensteigerungen aufgrund des Förderungssystems oder die Erhöhung kommunaler Tarife keine Senkung der Wohnkosten insgesamt eingetreten ist". Bestrebungen, Wohnen billiger zu machen, müßten daher auch hier ansetzen und dürften sich nicht exklusiv auf den Bereich der Darlehenskonditionen konzentrieren.

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