Greenpeace fordert: Keine geheimen Gen-Experimente auf Österreichs Feldern

Wien (OTS) - Pioneer muß Freisetzungspläne für Gentech-Mais offenlegen =

Nachdem der Saatgutmulti Pioneer voriges Jahr nach
massiven Protesten von Umweltschützern einen Freisetzungsantrag für Gentech-Mais zurückziehen mußte, startet Pioneer jetzt einen weiteren Versuch. Diesmal durchs 'EU-Hintertürl', ohne die österreichische Bevölkerung zu informieren. Greenpeace Gentechnikexperte Dr. Thomas Belazzi forderte Pioneer heute im Rahmen einer Pressekonferenz auf, die Freisetzungspläne offenzulegen bzw. die Standorte der Genexperimente bekanntzugeben: 'Pioneer ist bis dato nicht gewillt, die Öffentlichkeit über die genauen Freisetzungsstandorte zu informieren. Im Sinne der österreichischen Konsumenten fordern wir:
Schluß mit der Geheimniskrämerei. Karten auf den Tisch!'

In der Europäischen Union gibt es für den Gentech-Mais, den Pioneer freisetzen will, nun - im Unterschied zu 1998 - eine Zulassung. Ein Freisetzungsantrag ist in Österreich nicht mehr notwendig. Daher kann Pioneer diesen Gentech-Mais in Österreich freisetzen, wann und wo immer sie wollen. Eine Information der Öffentlichkeit ist vom Gesetz her nicht vorgesehen. Pioneer muß lediglich die Landwirtschaftsminister Molterer unterstellte Bundesanstalt für Forst-und Landwirtschaft (BFL) über die Genexperimente informieren. Eine Genehmigungspflicht der Versuche durch die BFL besteht jedoch nicht. "Nur Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer kennt noch die Pläne von Pioneer. Molterer muß sich daher schützend hinter die österreichischen Bauern stellen, die Gentechnik in der Landwirtschaft mehrheitlich ablehnen', fordert Belazzi.

'Das skandalöse Vorgehen von Pioneer gefährdet die gesamte Gentech-freie Produktion der österreichischen Bauern. Konsumentenschutzministerin Prammer muß sicherstellen, daß die Grundlagen der heimischen Gentechnik-freien Lebensmittelproduktion erhalten bleiben.Wenn es durch Auskreuzungen von Gentech-Mais zu einem wirtschaftlichen Schaden bei benachbarten Bauern kommt, ist derzeit niemand verantwortlich zu machen. Es stellt sich also die Frage, wer haftet für mögliche wirtschaftliche Schäden?', kritisiert DI Elisabeth Baumhöfer, Sprecherin der Österreichischen Bergbauernvereinigung, die noch immer ungelöste Gentech-Haftungsfrage.

Von möglichen Freisetzungen sind vor allem die österreichischen Bio-Bauern betroffen. Franz Gruber, Biobauer aus dem Burgenland, sieht sich direkt in seiner Existenz bedroht: 'Sollte es auf einem Nachbarfeld Freisetzungen geben, kann ich in Zukunft für die Gentechnikfreiheit meiner Bioprodukte nicht mehr garantieren. Daher darf es keine geheimen Genexperimente geben.'

Informationen zu den geheimen Genexperimenten von Pioneer und die Auswirkungen auf die österreichische Landwirtschaft erhalten sie bei Greenpeace und im Internet: www.greenpeace.at/gentech

Weitere Informationen: Dr. Thomas Belazzi, Gentechnik-Experte, Greenpeace Österreich, Tel: 01/5454580-40 Mag. Susanne Fromwald, Gentechnik-Expertin, Greenpeace Österreich, Tel: 0664/4904986 DI Elisabeth Baumhöfer, Österreichisch= e Bergbauernvereinigung, Tel.:
0664/2427450 Bettina Tasser, Pressesprecherin Greenpeace Österreich, 01/5454580-29 und 0664/240 70 75

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