AK: Schulbericht zur Berufsausbildung ungenügend

Heute im Unterrichtsausschuß: Endlich höhere Schülerbeihilfen, aber keine zukuntsweisenden Konzepte für Berufsschulen

Wien (OTS) – Als völlig ungenügend kritisiert die AK den Bericht des Unterrichtsministeriums über den schulischen Teil der Berufsausbildung, der heute, Dienstag, im Unterrichtsausschuß des Nationalrats beraten wird. Grundlage des Berichts sind veraltete Zahlen aus dem Schuljahr 1995/96 – und er enthält keine Konzepte, wie die Berufsschulen in der Lehrlingsausbildung einspringen können, wenn die Unternehmer weiterhin zuwenig Ausbildungsplätze bieten. Als wichtigen Schritt zur Verbesserung der Chancen von Schülern aus Arbeitnehmerfamilien wertet die AK dagegen den
Entwurf für die Erhöhung der Schülerbeihilfen, mit dem sich der Unterrichtsausschuß heute ebenfalls beschäftigt. Dafür hat sich die AK seit längerem eingesetzt. Gleichzeitig verlangt sie weitere Verbesserungen, etwa die Abschaffung des Notendurchschnitts, an
den der Bezug der Schülerbeihilfe gebunden ist. ****

Veraltete Zahlen, keine zukunftsweisenden Konzepte und eine einseitig auf Unternehmerforderungen ausgerichtete Analyse der Situation am Lehrstellenmarkt: Das ist, kurz gefaßt, die Kritik
der AK am Bericht des Unterrichtsministeriums über den schulischen Teil der Berufsausbildung. Zur Analyse des Lehrstellenmangels
werde etwa nur wiederholt, daß die Unternehmer in Österreich über angeblich schlechte Schulbildung von Lehrstellensuchenden klagen oder über angeblich zu strenge Bestimmungen für den Schutz von Jugendlichen im Betrieb. Für die AK ist das ungenügend. Sie vermißt vor allem Konzepte, wie die Berufsschulen zur Verbesserung der beruflichen Bildung beitragen können.

Notwendig wären für die AK zukunftsweisende Konzepte vor allem in drei Punkten: (1) Auch im Jahr 2001 muß aller Voraussicht nach ein Auffangnetz zur Ausbildung Jugendlicher aufgespannt werden – dabei könnten die Berufslehrgänge, die schon jetzt teilweise an den Berufsschulen stattfinden, als eigenständiges Angebot der Berufsschulen eingerichtet werden. (2) Mehr Lehrlinge als bisher müssen sich an den Berufsschulen kostenlos auf die Berufsreifeprüfung vorbereiten können – das entsprechende Weiterbildungsangebot soll dringend ausgebaut werden. (3) In Berufsschulen muß mehr getan werden, um Lehrlinge in Deutsch, Kommunikation und Fremdsprachen besser auszubilden.

Endlich: Höhere Schülerbeihilfen

Immer wieder eingesetzt hat sich die AK für eine Erhöhung der Schülerbeihilfen für Schüler in weiterführenden Schulen. Der jetzt vorliegende Entwurf für eine Novelle des Schülerbeihilfengesetzes ist ein erster Schritt zur Verbesserung der Chancen von Schülern aus Arbeitnehmerfamilien. Nicht zuletzt auf Initiative der AK wird der Bezieherkreis ausgeweitet, sollen die Höchstbeihilfen von jährlich 12.500 auf 13.500 Schilling erhöht werden – damit, so die AK, dürfte der im Budget für Schülerbeihilfen insgesamt vorgesehene Betrag von 560 Millionen Schilling erstmals seit
Jahren wieder ausgeschöpft werden.

So rasch wie möglich, so die AK, müßte es allerdings noch zu Nachbesserungen kommen: Als Sozialleistung soll die Beihilfe nicht mehr an einen bestimmten Notendurchschnitt im Jahreszeugnis
gebunden sein: Der Entwurf sieht einen Notendurchschnitt von 2,9 vor, ein positives Jahreszeugnis soll nach Auffassung der AK reichen. Außerdem soll die Beihilfe nicht erst ab der 10. Schulstufe bezahlt werden, sondern bereits ab der 9., wenn die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg von Jugendlichen fällt. Und der Fahrtkostenbeitrag für Internatsschüler soll nach der Entfernung vom Wohnort gestaffelt werden. Denn insgesamt, so die
AK, dürfe der Zugang zu Bildung nicht davon abhängen, was sich die Eltern leisten können.

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