Drei österreichische Forscher mit dem Novartis Forschungspreis 1998 ausgezeichnet

Wien (OTS) - Der mit insgesamt 300.000,- Schilling dotierte Novartis-Preis wird alljährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf den Gebieten der Biologie, der Chemie und der Medizin vom Novartis Forschungsinstitut (NFI) in Wien an junge, österreichische Wissenschaftler verliehen. Folgende Preise wurden im Rahmen eines Festaktes heute, Dienstag, im NFI Wien überreicht:

Der Novartis-Preis für Chemie (100.000,- Schilling) an Dr. Klaus Roman Liedl, Universität Innsbruck, der durch seine Forschungen auf dem Gebiet der Reaktionsdynamik unter anderem die weitverbreitete Ansicht widerlegte, daß Kohlensäure unbedingt weniger stabil ist als ihre Bestandteile Kohlendioxid und Wasser. Vielmehr konnte er zeigen, daß Kohlensäure auch als Gas existiert, was weitreichende, astrophysikalische Konsequenzen nach sich zieht, da Kohlendioxid und Wasser sowohl auf anderen Planeten unseres Sonnensystems als auch auf Kometen und in interstellarer Materie in großen Mengen vorhanden ist. Seine neuesten Arbeiten zur molekularen Wechselwirkung zwischen Eiweißstoffen und Liganden (spezifische Bindungsmoleküle) ermöglichen ein besseres Verständnis vieler wichtiger biologischer Prozesse.

Der Novartis-Preis für Biochemie (100.000,- Schilling) an Prof. Dr. Robert Schiestl, Harvard School of Public Health, für seine Studien der molekularen Mechanismen (insbesondere der nicht-homologen Rekombination) bei der Entstehung von Tumoren, die es künftig ermöglichen sollten, die Rolle von Tumor-Suppressor-Genen, wie p53 und ATM, bei der Unterdrückung von Rekombination (Neukombination von Erbanlagen) zu untersuchen. In seinen neueren Arbeiten beschäftigt sich Schiestl mit der Instabilität des Genoms, welche bei der Karzinogenese (Krebsentstehung) eine sehr wichtige Rolle spielt - er entwickelte eine Methode zur Untersuchung der genomischen Instabilität, die wesentliche Erkenntnisse über die Fähigkeit der Zelle, im Normalfall stabil zu bleiben, verspricht.

Der Novartis-Preis für Medizin (100.000,- Schilling) an Prof. Dr. Günter Weiss, Universität Innsbruck, für seine Arbeiten zur Aufklärung der pathogenetischen Mechanismen einer speziellen Form der Anämie bei chronischen Erkrankungen, die häufig bei Patienten mit Tumoren, Infektionen und Autoimmunerkrankungen auftritt. Insbesondere gelang es ihm, einen neuen Mechanismus der Genregulation durch NO (Stickstoffmonoxid) sowie die Bedeutung von NO bei der Regulation des Eisenstoffwechsels zu identifizieren. Seine Arbeiten zur Wechselwirkung von Eisenstoffwechsel und zellulärer Immunantwort zeigen, daß sich aus experimentellen Untersuchungen wertvolle Hinweise für die klinische Praxis ergeben können.

"Über die individuelle Auszeichnung dreier hervorragender junger Wissenschaftler hinaus", möchte Prof. Dr. Jan E. de Vries, Leiter des Novartis Forschungsinstituts, den Novartis-Preis verstanden wissen. Nämlich auch als "symbolisches Bekenntnis zum Forschungsstandort Österreich und als Signal an die Entscheidungsträger in diesem Lande, Wissenschaft und Forschung noch stärker zu fördern als bisher."

Novartis ist ein weltweit führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Life Sciences mit seinem Kerngeschäft in den Bereichen Gesundheit, Agribusiness und Consumer Health (Self-Medication und Nutrition). 1998 betrug der Umsatz 31,7 Milliarden Schweizer Franken; davon entfielen 17,5 Milliarden auf Gesundheit, 8,4 Milliarden auf Agribusiness und 5,8 Milliarden auf Consumer Health. Mehr als 3,6 Milliarden Schweizer Franken werden jährlich in die Forschung und Entwicklung investiert. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz) und beschäftigt rund 85'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 100 Ländern.

Die österreichische Novartis Gruppe ist in allen drei Life Science Kernbereichen mit eigenständigen Unternehmen tätig, beschäftigt über 2.400 MitarbeiterInnen und erzielte 1997 einen Umsatz von 10,5 Milliarden Schilling. Die jährlich in Österreich getätigten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen belaufen sich auf knapp eine Milliarde Schilling. Der Exportanteil beträgt insgesamt 80 %. Für die Sektoren Generics (Biochemie GmbH in Tirol), Tiergesundheit und Pflanzenschutz spielt das Exportgeschäft eine zentrale Rolle.

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