Buskatastrophe: 18 Tote, 17 Schwer- und 15 Leichtverletzte

VERKEHRSSICHERHEIT ERNST NEHMEN KfV fordert die EU-Kommission auf: Verkehrssicherheitsstandards nicht durch wirtschaftliches Kalkül aushebeln! Effiziente Stichprobenkontrollen der technischen Standards von Fahrzeugen an den EU-Außengrenzen KfV bietet an: Know-how für EU-Beitrittsländer im Osten

Wien (OTS) - Sonntag abend ereignete sich einer der
schwersten Buskatastrophen in Österreich. Als Unfallsursache wurde Bremsversagen festgestellt. Daher fordert das KfV: Technische Verkehrssicherheitsstandards nicht durch Übergangsbestimmungen und Ausnahmeregelungen verwässern. Die Einhaltung der bilateralen Verträge bezüglich Sicherheitsstandards muß überprüft werden. Daher:
Vermehrt routinemäßige Stichprobenkontrollen an den Grenzen. Zusammenarbeit für hohe Sicherheitsstandards in ganz Europa, sowie Einhaltung und Kontrolle der Gurtanlegepflicht. Wahrscheinlich hätten Leben gerettet werden können, wenn sich die Insassen angurten hätten können!

Sicherheit darf wirtschaftlichen Überlegungen nicht geopfert werden! "Sehr wirtschaftsfreundlich" ist nach Einschätzung von KfV-Hauptgeschäftsführer Dr. Othmar Thann jene EU-Richtlinie ausgefallen, die seit 1.10. 1997 Beckengurte für Busse vorschreibt. Die Regelung gilt aber nur für neu typisierte Fahrzeuge. Für Busse, deren Typengenehmigung vor dem Stichtag vorgenommen wurde, wurde keine Nachrüstung vorgeschrieben. Da Busse etwa 15-20 Jahre im Einsatz sind, kann es lange dauern, bis alle Fahrzeuge den schon geltenden Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Hinzu kommt, daß die Sicherheitsvorkehrungen durch gewisse Ausnahmebestimmungen umgangen werden können, wenn die technische Aufrüstung zu aufwendig wäre. Ein Grund für die großzügigen Übergangsbestimmungen mag darin liegen, daß Sicherheitsstandards in den EU-Ländern sehr ungleich sind. Österreich kann hier europaweit mit seinem hohen Sicherheitsbewußtsein eine Vorreiterrolle übernehmen!

Vorrang für Verkehrssicherheit in ganz Europa!

Derzeit bemüht sich die EU-Kommission um generelle Abkommen auch mit den Beitrittsländern aus dem Osten. Diese könnten, so befürchtet Dr. Othmar Thann nicht sehr streng ausfallen. Die dortigen Standards sind mehr als bescheiden, teilweise gibt es nicht einmal eine jährliche technische Pickerl-Kontrolle.

Ein negativer Nebeneffekt wäre, daß strengere Abkommen zwischen einzelnen Staaten dann hinfällig wären. Davon wäre auch Österreich betroffen: Es gibt bilaterale Vereinbarungen mit Ungarn, die Busse außerhalb des Kontingents die Einreise nur gestatten, wenn die Fahrzeuge höhere Umweltschutz- und Sicherheitsbestimmungen aufweisen.

Österreich kann Sicherheitsstandards exportieren "Wir hoffen auf die EU-Präsidentschaft Deutschlands, daß Abkommen geschlossen werden, die die Abkommen zwischen den einzelnen Staaten nicht verwässern, sondern das Sicherheitsbewußtsein steigern.", so Dr. Othmar Thann.

Das KfV wirkt als Speerspitze: Mit Verkehrssicherheitsorganisationen in Ungarn und Tschechien findet ein know-how Transfer statt.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Statistik belegt technische Mängel bei Bussen. Selbst die besten Sicherheitsabkommen nützen nichts, wenn ihre Einhaltung nicht kontrolliert wird. Daher fordert das KfV: Routingemäßige eine verstärkte stichprobenartige Überprüfung der technischen Ausrüstungen an den Grenzen. Die Notwendigkeit dieser Kontrolle zeigt die Statistik: 1998 wurden 13 % der kontrollierten Busse aus dem Verkehr gezogen, da die technischen Mängel das Leben der Insassen gefährdet hätten. Von diesen 13 % lag bei ca. 67 % Bremsversagen vor.

Lebensretter Gurt: Wo ein Gurt ist, muß er auch angelegt werden! Das Risiko für nicht angeschnallte Verkehrsteilnehmer ist achtmal hö her als für angegurtete! Der Gurt verhindert daß Insassen aus dem Fahrzeug geschleudert werden, reduziert die Häufigkeit und Schwere von Burstkorbverletzungen, Kopfverletzungen, Gesichts- und Augenverletzungen, Verletzungen an Beinen und Füßen. Grundsätzlich gilt: Wo ein Gurt ist, muß er auch verwendet werden, seit 1.10. 1997 betrifft das auch die Beckengurten in Bussen. Ein falsches aber hartnäckiges Gerücht ist, daß Buschauffeure von der Angurtpflicht ausgenommen sind. Sie sind es nicht! Ein Jahr Gurt sei Dank: Am Donnerstag, 28. Jänner 1999, ziehen die Partner: Verkehrsministerium, AUVA, ARBÖ, ÖAMTC und Kfv Bilanz über die Erfolge der Kampagne "Gurt sei Dank", die im Vorjahr gemeinsam durchgeführt wurde. Eine Studie über die Gurtanlegemoral der Österreicher wird präsentiert.

Das Unglück in der Steiermark:

In der Weststeiermark verunglückte ein Reisebus, mit ungarischen Schüler auf dem Weg zum Schiurlaub. Vorläufige Bilanz: 18 Menschen, vorwiegend Jugendliche, wurden getötet. 17 Insassen erlitten schere Verletzungen, 15 kamen mit leichten Blessuren davon.

Die restliche Unfallbilanz der Vorwoche:
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen verloren 5 PKW-Lenker und 2 Fußgänger ihr Leben. Als Hauptunfallsursache mußten nicht angepaßte Fahrgeschwindigkeit (4), Überholen (1), Bremsversagen (1) und Unachtsamkeit (1) festgestellt werden. 2 Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei zwei Unfällen Mitursache. 4 der 8 Verkehrsunfälle waren Alleinunfälle.

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