Huchen soll wieder optimalen Lebensraum erhalten

Eine der meistgefährdeten Fischarten als LIFE-Projekt

St.Pölten (NLK) - Der Huchen, eine der meistgefährdeten Fischarten der Donau, soll wieder einen optimalen Lebensraum erhalten. Als LIFE-Natur-Projekt "Lebensraum Huchen" sollen die Laichgebiete in den Nebenflüssen der Donau, der Pielach und der Melk sowie in deren Zubringer, die Mank, wieder erschlossen werden. Denn der Aufstieg in diese wichtigen Laichgründe ist den Huchen und tausenden ebenfalls wandernden, gefährdeten Flußfischen wie die Nase und die Barbe durch vorhandene Wehren und Sohlstufen verwehrt. Jedes Jahr versammeln sich riesige Fischmengen zu Beginn der Laichzeit im Frühjahr vor den künstlichen Hindernissen, die sie aber - wie die Sohlstufe bei der Pielach-Mündung in die Donau - nur bei günstigen Wasserständen überwinden können. Dadurch ist die Laichwanderung weitestgehend unterbunden und die natürliche Aufzucht schwer gestört. Derzeit zählen die erwachsenen Huchen in der Pielach nur mehrere hundert Tiere. In der Melk und in der Mank sind sie mit weniger als 50 erwachsenen Huchen noch viel seltener. Anders gesagt: Die Huchen-Population liegt damit an der untersten Grenze. Wenn der Erhalt fortbestehen soll, ist der Austausch mit dem Vorkommen in der Donau dringend notwendig.

Das Ziel des LIFE-Projektes, bei dem Mitarbeiter der Abteilungen Naturschutz und Wasserbau beim Amt der NÖ Landesregierung gemeinsam eingreifen, ist die Öffnung der Gewässer Pielach, Melk und Mank zur Donau und hier besonders zur Wachau. 13 Hindernisse sollen umgebaut und verbessert werden. Auch sollen besonders die letzten erhaltenen Wildfluß-Abschnitte der Pielach mit ihrer bedeutsamen Vogelfauna und den ausgezeichneten Laichgründen geschützt werden. Schutzgebiete und Uferstreifen werden das Gewässer verbessern. Auch sollen die Flüsse die naturnahen Wildflußabschnitte erhalten, also zum Beispiel die Mäanderstrecken. Die ständige Umlagerung von Sedimenten und die geschwungene Flußführung liefern nämlich eine besonders günstige Situation für Laichgründe. Durch den Ankauf von Gründen oder die einmalige Entschädigung für rund zehn Hektar umfassende Uferschutzstreifen sollen die benötigten "Freiräume" geschaffen werden. Schließlich ist auch an eine Zählung der Huchen und anderer Arten gedacht. Mit anderen Worten: Mit Hilfe dieses LIFE-Projektes kann eine der Aufgaben des Artenschutzes in Österreich und in der EU gelöst werden, nämlich der Schutz des Huchens und die Verbesserung seiner Lebensräume für das europaweit bedeutsame Vorkommen der niederösterreichischen Alpenvorland-Flüsse.

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