Die Aufgaben der OeNB im ESZB

in der Publikationsreihe "Berichte und Studien", Heft 4/1998, erschienen.

Wien (OTS) - Die Teilnahme Österreichs an der Stufe 3 der
WWU bedeutet für die OeNB - wie für die Notenbanken aller Teilnehmerländer - die Transformation in einen integralen Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB),
das aus der EZB und den nationalen Zentralbanken besteht.
Durch die Aufgabe der formalen Souveränität der Mitglied-
staaten im Bereich der Geld- und Währungspolitik und durch die Schaffung einer neuen Institution, der EZB, die den Kern des
ESZB bildet, wird die Rolle der nationalen Zentralbanken mit Jahresbeginn 1999 neu definiert. Für die nationalen
Zentralbanken gehen hiermit sowohl rechtliche und institu-
tionelle Änderungen als auch Änderungen im Aufgabenspektrum einher. Die Mitwirkung bei der geldpolitischen
Entscheidungsfindung auf Gemeinschaftsebene und die dezentrale Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen in den Teilnehmer-
ländern des Euroraums werden zu wesentlichen Aufgaben der nationalen Zentralbanken.

Der EZB-Rat, dem die Gouverneure der nationalen Notenbanken
und die Mitglieder des Direktoriums der EZB angehören, wird
als oberstes Entscheidungsgremium im ESZB die Geldpolitik im
Gebiet der Staaten, die an der Währungsunion teilnehmen,
festlegen. Die Aufgabenteilung zwischen EZB und nationalen Notenbanken folgt einer Zweiteilung in Form zentral - durch
den EZB-Rat - zu treffender Entscheidungen oder Leitlinien und dezentral - aber unter der Koordination des EZB-Direktoriums -erfolgender Durchführung des operativen Geschäfts.

Prinzipiell bleiben alle bisherigen Geschäftsfelder der
OeNB auch in der Währungsunion erhalten - allerdings mit mehr
oder weniger deutlichen Akzentverschiebungen. Einige wichtige Beispiele dazu sind:

- Offenmarktpolitik und ständige Fazilitäten werden zukünftig die Schwerpunkte des geldpolitischen Instrumentariums im
ESZB bilden.

- Die im Euroraum niedergelassenen Kreditinstitute werden bei
den nationalen Zentralbanken - verzinste - Mindestreserven halten.

- Den nationalen Notenbanken obliegt auch die treuhänderische Verwaltung der an die EBZ übertragenen Währungsreserven
ebenso wie die Veranlagung der bei ihnen verbleibenden Währungsreserven.

Neben diesen unmittelbar mit der Geldpolitik des ESZB
verbundenen Aufgaben sind den nationalen Notenbanken eine
Fülle weiterer Funktionen zugeordnet: So haben sie
beispielsweise für die Sicherstellung des reibungslosen Funktionierens des Zahlungsverkehrs in der Währungsunion Sorge
zu tragen und es bilden Statistik und volkswirtschaftliche
Analyse weiterhin zentrale Aufgabenbereiche. Nicht zuletzt
kommt den nationalen Notenbanken die wesentliche Rolle in den Bereichen Banknotendruck und Bargeldversorgung zu.

Nähere Details können dem gleichnamigen Beitrag, veröffentlicht in "Berichte und Studien", Heft 4/1998,
entnommen werden.

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