Voss: "Menschlicher Umgang bei Peymann war Steinzeit mit der Keule"

Der "Burg"-Star im NEWS-Interview: Lob für das Künstlerische, Tadel für das Menschliche der Direktion Peymann - Feste Bindung an Bachlers "Burg" - kein Gastspiel in Berlin

Wien (OTS) - Gert Voss, über Jahre Inbegriff der Ära Peymann, zieht in einem Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins NEWS harte Bilanz über 13 Jahre Burgtheater. An der "Burg" sei sieben Jahre lang "konkurrenzlos gutes Theater gemacht" und auch nachher noch Erfolgreiches wie "Kirschgarten", "Peer Gynt" und "Endspiel" produziert worden. Peymann habe die Elite am Haus versammelt, das Publikum begeistertr und das Theater über die Jahre im Gespräch gehalten.

Voss weiter in NEWS: "Die Kehrseite dieser glänzenden Medaille ist, daß der menschliche Umgang in diesem Haus brutal war. Das war Steinzeit mit der Keule. Natürlich kann man sagen: Krieg ist Krieg, wenn es um Erfolg geht, und wenn es um den Sieg geht, gibt es Verluste. Peymanns Sprache ist ja oft sehr militärisch. Aber andererseits hat es viele Schauspieler dieses Hauses gegeben, die das nicht mehr aushalten konnten. Dabei sollte es doch eine Art von Humanität geben, wenn auf dem Dach des Burgtheaters steht: 'Dem Wahren, guten und Schönen'."

An Klaus Bachlers "Burg" habe er sich nunmehr fest gebunden. Voss plant für Jänner 2000 ein spektakuläres Projekt mit Ignaz Kirchner, der gleichfalls fest ins Ensemble heimkehrt, und im Frühjahr Lion Feuchtwangers "Kalkutta" unter Zadek.

An Peymanns Berliner Bühne werde er "bis auf weiteres" nicht gastieren. "Endspiel", von Peymann sehr erwünscht, geht dafür noch in diesem Frühjahr an die Münchner Kammerspiele und wird unter Bachler weitergespielt.

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