Greenpeace deckt auf: Verbotenes PVC-Spielzeug noch immer im Handel Greenpeace fordert Ministerin Prammer zu strengen Kontrollen auf

Wien (OTS) - Nachforschungen der Umweltorganisation Greenpeace in den letzten Tagen ergaben, daß Kleinkinder-Spielzeug aus Weich-PVC im Handel noch immer weit verbreitet ist. Insgesamt fand Greenpeace bei stichprobenartigen Kontrollen in fünf Bundesländern (Wien, NÖ, OÖ, Salzburg und Steiermark) 31 "verdächtige" PVC-Produkte wie Quietsch-Enten und PVC-Bilderbücher - obwohl seit 1. Jänner dieses Jahres Kleinkinder-Spielzeug aus Weich-PVC mit Phthalat-Weichmacher in Österreich nicht mehr verkauft werden darf. Greenpeace fordert die Händler auf, die verbotenen PVC-Produkte umgehend aus dem Verkehr zu ziehen und ruft die zuständige Ministerin Barbara Prammer zu strengen Kontrollen auf.

"Es besteht der dringende Verdacht, daß trotz des Verbotes gesundheitsschädliches PVC-Spielzeug im Handel ist," sagt Greenpeace-Chemiker Dr. Thomas Belazzi. "Greenpeace hat daher bei den zuständigen Behörden Anzeige erstattet, damit das verbotene PVC-Spielzeug endgültig aus den Regalen entfernt wird und gegen die Händler vorgegangen wird."

Einige der Babyprodukte mit der Kundeninformation auf der Verpackung: "für die ersten Jahre ihres Kindes" waren sogar mit dem Zusatz-Aufkleber "geeignet ab drei Jahre" gekennzeichnet. "Damit soll offensichtlich das Verbot umgangen werden," empörte sich Belazzi. "Erstens widersprechen sich damit die Altersempfehlungen am Produkt und zweitens: Was soll ein Babyspielzeug für über Dreijährige?"

Seit 1. Jänner 1999 darf in Österreich Kunststoff-Spielzeug für Kleinkinder (Kinder unter 36 Monaten), das Weichmacher der chemischen Gruppe der Phthalate enthält, nicht mehr verkauft werden. Phthalate sind gesundheitsschädlich. Sie schädigen Leber und Niere, weiters stehen einige Phthalate in Verdacht krebserregend und hormonell wirksam zu sein. Österreich ist damit das erste Land weltweit, das so ein Verbot beschlossen hat. Ähnliche Verbote sind derzeit u. a. in Schweden, Dänemark, Norwegen und Griechenland in Vorbereitung.

"In Weich-PVC-Spielzeug wird fast ausschließlich Phthalate eingesetzt", stellte Belazzi fest. "Die heute erfolgten Anzeigen sind auch eine Aufforderung an die zuständige Verbraucherschutzministerin Barbara Prammer, die Umsetzung des Verbots genau zu überwachen."

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