DAS NETZ DES LEBENS RETTEN: WWF-Countdown ins nächste Jahrtausend

Wien (OTS) - Mit drei konkreten politischen Forderungen leitet der WWF Österreich (World Wide Fund For Nature) heute im Rahmen der Living Planet Campaign den Countdown ins nächste Jahrtausend ein. Denn 1999 entscheidet sich, ob unsere Natur für die Zukunft erhalten wird. Heuer muß Österreich die Liste der Europaschutzgebiete Natura 2000 vervollständigen: 113 sind genannt, aber 63 fehlen noch. "Zwei Drittel der österreichischen Artenvielfalt können durch Natura 2000 dauerhaft geschützt werden - daher fordern wir: keine weiteren Verschlechterungen in diesen für den Erhalt des Netz des Lebens wichtigen Gebieten, die Nachnominierung der ,WWF- Schattenliste' und die Schaffung der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zur Umsetzung", so sieht Kampagnenleiter Mag. Christoph Walder die Eckpfeiler des Countdowns. Ulla Weigerstorfer ist Patin der Kampagne Netz des Lebens und ruft Politik und Bevölkerung auf: 'Retten wir unsere wichtigsten Naturgebiete - jetzt!'

'Für Österreichs Natur ist 1999 ein Schlüsseljahr: Jetzt entscheidet sich, welche Naturgebiete wir durch Natura 2000 dauerhaft erhalten, und durch die Neustrukturierung der Agrarpolitik kann die Finanzierung gesichert werden. Diese beiden Jahrhundert-Chancen müssen wir nützen!" fordert Dr. Günther Lutschinger, Geschäftsführer des WWF Österreich auf der heutigen Pressekonferenz. Der Schutz der letzten intakten Naturgebiete ist im Rahmen der Living Planet Campaign ein internationaler Schwerpunkt des WWF. Innerhalb der Europäischen Union ist die Einrichtung von Europa-Schutzgebieten/Natura 2000 zur Erreichung dieses Ziels das beste Instrument und wird von allen europäischen WWF- Organisationen forciert.

Neue Maßstäbe im österreichischen Naturschutz

Mit der Kampagne Netz des Lebens setzt der WWF neue Maßstäbe im österreichischen Naturschutz. "Wir wollen zwei Drittel der österreichischen biologischen Vielfalt dauerhaft erhalten. Dafür müssen 186 Naturgebiete geschützt werden - unser Netz des Lebens", erklärt Kampagnenleiter Mag. Christoph Walder. Drei Ziele will der WWF Österreich bis 2000 erreichen:

1. Nachnominierung der 63 Gebiete der WWF-Schattenliste als Natura 2000 Gebiete

2. Keine weiteren ökologischen Verschlechterungen in den Gebieten des Netz des Lebens

3. Schaffung der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Natura 2000

Der WWF übt mit der Kampagne einerseits politischen Druck auf die Verantwortlichen aus, andererseits zeigt die Naturschutzorganisation in ausgewählten Modellprojekten beispielhaftes Naturmanagement gemeinsam mit der regionalen Bevölkerung.

Natura 2000-Verpflichtung Österreichs noch lange nicht erfüllt

"Die derzeitige Ausweisung von Natura 2000 Gebieten in Österreich ist sicher nicht ausreichend", kritisiert Univ. Prof. Dr. Georg Grabherr - er ist im wissenschaftlichen Beirat der Europäischen Kommission für die Umsetzung von Natura 2000 in Österreich zuständig. "Ohne die Nachnominierung der 63 Gebiete der WWF-Schattenliste fallen europaweit und sogar weltweit bedeutende Arten und Lebensräume durch den Rost - ich erinnere nur an Gebirgsauwälder, Moore, die Großtrappe oder den Huchen!" Der Naturschutzprofessor fordert, jetzt die österreichische Liste der Natura 2000 Gebiete zu vervollständigen:
"Es handelt sich hierbei nicht um eine Good- Will-Aktion, sondern um eine klare vertragliche Verpflichtung der Bundesregierung und der Länder."

Eine Milliarde für die Natur

Das Netz des Lebens in Österreich zu erhalten, wird weit mehr kosten, als derzeit für den Naturschutz zur Verfügung steht. Eine erste Kalkulation des WWF hat ergeben, daß Einrichtung, Betreuung und laufende Kosten von Natura 2000 mindestens eine Milliarde Schilling pro Jahr ausmachen - allein für die landwirtschaftliche Pflege von Netz des Lebens- Gebieten werden rund 600 Millionen Schilling benötigt. Kampagnenleiter Mag. Christoph Walder: "Wir fordern eine Umschichtung der bestehenden Agrarmittel - zweckgewidmet für Naturschutz und Regionalentwicklung!"

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