Evangelischer Oberkirchenrat Dantine zu Mifegyne: Neues Mittel verändert nicht die ethische Entscheidung

Standpunkte von Küng und Laun sind nicht einzig mögliche christliche Position

Wien, 14. Jänner 1998 (epd Ö) Bei aller gebotenen Ehrfucht vor dem werdenden Leben könne es Situationen geben, in denen ein Schwangerschaftsabbruch erlaubt oder sogar geboten sein kann.
Diese Meinung vertritt der evangelische Oberkirchenrat Univ.-Prof. Dr. Johannes Dantine. Ein neues Mittel verändere nicht die
ethische Entscheidung, die nach der gegenwärtigen Gesetzeslage primär bei der Frau liege, betonte das Mitglied der evangelischen Kirchenleitung gegenüber epdÖ.

An der aktuellen Diskussion über Mifegyne kritisierte Dantine, daß "der Eindruck erweckt wird, als sei der von den Bischöfen Küng und Laun vorgebrachte Standpunkt der einzige mögliche christliche Standpunkt. Dem ist aber nicht so".
Obwohl es in der Evangelischen Kirche keine einheitliche Position gebe, hätten sich ursprünglich mehrere evangelische Theologen für die Fristenregelung ausgesprochen. Dantine verwies auf den
damaligen Bischof Dieter Knall, der sich zu Beginn der Diskussion über die Abtreibunspille RU-486 nicht gegen dieses Medikament gestellt habe.

In der gegenwärtigen Diskussion vermißt Dantine den Hinweis, daß nach katholischer Lehre ein Schwangerschaftsabbruch auch dann
nicht erlaubt sei, wenn die Gesundheit oder gar des Leben der Frau bedroht werde.

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