LIF-Steiner: SchulärztInnen in NÖ verletzen Arztgeheimnis

Auch Minderjährige haben ein Recht auf Schutz ihrer Intimsphäre

St. Pölten (OTS) - "Bei uns häufen sich die Informationen besorgter Eltern aus Niederösterreich über "schwarze Schafe" unter den SchulärztInnen, die ihre ärztliche Schweigepflicht brechen und damit die Würde und Privatsphäre der Schulkinder verletzen," bringt Liane Steiner, Landessprecherin des Liberalen Forums NÖ ein brisantes Thema zur Sprache.

"Vorab möchte ich klarstellen, daß ich die Einrichtung des "Schularztes" für einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung und zur Prophylaxe gegen Erkrankungen begrüße. Die weitaus überwiegende Mehrheit der SchulärztInnen erfüllen Ihre Aufgaben mit Idealismus und Engagement. Dafür erhalten sie bloß eine beschämend niedrige Entschädigung von pauschal ATS 90,80 pro Schüler und Jahr. Dafür müssen sie die SchülerInnen mind. einmal pro Schuljahr untersuchen, so wie es im Schulunterrichtsgesetz vorgeschrieben wird.

Wir erfuhren von der Praxis mancher ÄrztInnen, die zur beschleunigten Erledigung ihrer Pflichten die SchülerInnen in Gruppen zu sich rufen und diese mit intimen, gesundheitlichen Fragen - vor den anderen SchulkollegInnen - kompromittieren. Die Antworten zu den Fragen des Arztes sind daher überwiegend wertlos. Man darf doch nicht von Minderjährigen erwarten, daß sie vor Zuhörern Vertrauliches über ihre Gesundheit preisgeben, wenn sie gesundheitliche Probleme haben, die sie unter diesen Umständen - verständlicherweise - verschweigen. Als besonders krasse Fälle sind uns SchulärztInnen bekannt gegeben worden, die nach abgeschlossenen Untersuchungen der SchülerInnen ihre Diagnosen über jeden einzelnen Schüler und Schülerin vor der versammelter Klasse laut verlesen.

Das sind schwerer Verstöße gegen die ärztliche Verschwiegenheitspflicht, die natürlich auch gegenüber Minderjährigen gelten," betont die Liberale das Menschenrecht auf den Schutz der privaten Sphäre aller Menschen, auch der Minderjährigen. "Damit diese Entgleisungen von SchulärztInnen sofort abgestellt werden, brauchen wir keine neuen Gesetze und Verordnungen, sondern ein Rechtsbewußtsein der Schulbehörden über bestehende Gesetze, um auf solche Mißstände zu achten und sie abzustellen. Es muß auch endlich über eine angemessene Entschädigung der SchulärztInnen verhandelt werden, denn nur mit dem Aufruf zum ärztlichen Idealismus sind nicht genug qualifizierte Ärzte zu finden, die eine wichtige Aufgabe für die Gesundheit unserer SchülerInnen übernehmen müssen," fordert Liane Steiner abschließend von den zuständigen Stellen der öffentlichen Hand.

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