Fischler Interview: "Schließe VP-Obmannschaft aus " Vorausmeldung zu News 2/99 vom 14.1.1999

Wien (OTS) - In einem Interview im morgen, Donnerstag,
erscheinenden Nachrichtenmagazin News nimmt EU-Kommissär Franz Fischler zu seiner persönlichen Zukunft Stellung. Sein primäres Ziel sei es, so Fischler, seine jetzige Funktion weiter auszuüben: "Ich stellte schon mehrmals klar, daß ich Interesse habe, auch in der nächsten EU-Kommission Österreich wieder zu vertreten."

Eine Rückkehr in die österreichische Politik, insbesondere als Obmann der ÖVP, schließt Fischler gegenüber News aus: "Ich bin jung genug, noch was anderes in meinem Leben anzufangen. Ich weiß mittlerweile einiges über Europa und wie es funktioniert - man kann da sicher bestimmte Beratungsfunktionen, etwa für beitrittswillige Staaten, ausüben. Ferner könnte ich wieder dort werken, wo ich schon einmal war - in der Ausbildung von Studenten." Und: "Ich bin nicht einer, der gewissermaßen das fünfte Radl am ÖVP-Wagen spielen will, das Reserveradl, das man halt herunternimmt, wenn die anderen nicht laufen".

Einen erzwungenen Rücktritt durch ein Mißtrauensvotum des EU-Parlaments würde Fischler "als schwere persönliche Beschädigung empfinden.

Zur Zukunft der ÖVP meint Fischler, die Partei sei "an einem Punkt angelangt, wo man mit den bisherigen Denkmustern nicht mehr weiterkommt. Ich glaube, das Schicksal der ÖVP ist momentan jenes, daß sie Landesparteien gegenübersteht die alle Führungspositionen zu verteidigen haben. Die dabei nicht davor zurückschrecken zur Sicherung eigener Machtpositionen die Bundespartei für Fehlerentwicklungen verantwortlich zu machen - die sie aber mitzuverantworten hätten. Andererseits gibt es den starken Vorwurf an die ÖVP, nur ihre Lobbys zu verteidigen. Aus dem Dilemma muß man raus".

Fischler weiter: "Derzeit ist es ja so, das die diversen Landesfürsten völlig konträre Positionen einnehmen, völlig konträre Wünsche an den Parteichef herantragen. Und der Arme soll entscheiden, ob da ein Loch unter dem Semmering gegraben wird oder nicht. Das muß einen Bundesparteichef doch kaputtmachen".

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